Wie bereits im ersten Halbjahr 2013 haben die Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer in der zweiten Jahreshälfte erneut weniger lange Radio gehört. Die Sender der SRG verloren dabei Marktanteile an die Privatradios, wie Mediapulse und Public Data am Dienstag mitteilten. Die dritte Gruppe, die ausländischen Sender, kam auf einen Marktanteil von 4,6 Prozent.
Die Radionutzung insgesamt ist im zweiten Halbjahr zurückgegangen. An einem durchschnittlichen Tag hatten in der Deutschschweiz 88,5 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren das Radio während 122,5 Minuten eingeschaltet. Im ersten Halbjahr hatte ein etwas grösserer Teil der Bevölkerung (89,1 Prozent) täglich rund eine Minute länger Radio gehört.
SRG-Sender verlieren
SRF 1 ist weiterhin der mit Abstand beliebteste Sender der SRG. Er läuft bei rund einem Drittel der Deutschschweizer Bevölkerung während fast 100 Minuten täglich, hat jedoch an Marktanteil eingebüsst (von 32,7 Prozent auf 31,7 Prozent). Die SRG-Sender kamen im zweiten Halbjahr auf einen Marktanteil von 64,2 Prozent. Das entspricht einem Rückgang von 0,7 Prozentpunkten gegenüber den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres. Bereits zuvor hatte die SRG Marktanteile an die Privaten verloren. Weil die Messmethode per Anfang 2013 leicht geändert wurde, lassen sich die Daten allerdings nur bedingt mit denen der Vorjahre vergleichen.
Privatradios wachsen weiter
Die Privatradios erreichten in der Deutschschweiz von Juli bis Dezember einen Marktanteil von 31,2 Prozent gegenüber 30,4 Prozent im ersten Halbjahr. Der Zürcher Sender Radio 24 ist am beliebtesten: Er konnte gegenüber dem ersten Halbjahr Hörer gewinnen (von 275'900 auf 285'000) und seinen Marktanteil von 2,9 auf 3 Prozent ausbauen.
Hauptkonkurrent Energy Zürich hat gegenüber dem ersten Halbjahr ebenfalls Hörer gewonnen (258'300 auf 267'700) und seinen Marktanteil wieder auf 2,3 Prozent ausgebaut, nachdem er in der ersten Jahreshälfte auf 2,2 Prozent gesunken war. Die drei Sender Energy Basel, Energy Bern und Energy Zürich erreichten in der Deutschschweiz gemeinsam über eine halbe Million Hörer täglich.
Freuen darf sich auch Roger Schawinski: Sein Radio 1 gewinnt im zweiten Halbjahr 2013 über 3'500 Hörer (von 131'400 auf 134'900). Das entspricht einer Steigerung von knapp 2,7 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2013.
FM1 wächst weiter
Das Ostschweizer Radio FM1 ist mittlerweile das hörerstärkste Radio ausserhalb des Grossraums Zürich. Im zweiten Semester 2013 hörten im Schnitt täglich 222'700 Menschen FM1. Das ist der höchste Wert, den FM1 seit seinem Sendstart im Jahr 2008 ausweisen kann. In seinem Konzessionsgebiet Ostschweiz weist FM1 nach eigenen Angaben mittlerweile auch mehr Hörer aus als das gebührenfinanzierte SRF3.
Ebenfalls Radio Bern1 (ehemals Capital FM) baut seine Leaderposition in der Region aus und ist im Konzessionsgebiet Region Bern laut einer Medienmitteilung vom Dienstag die Nummer 1 unter den Privatradios. Zudem habe man den Vorsprung auf Energy Bern weiter ausbauen können. Radio Bern1 wurde in der Deutschschweiz täglich von 95'800 Personen gehört.
In der Nordwestschweiz bleibt Radio Basilisk das führende Privatradio und erreicht laut eigenen Angaben mehr als einen Fünftel der Bevölkerung. Mit einer durchschnittlichen Hördauer von 55,6 Minuten erreicht es zudem den drittbesten Wert unter den privaten Sendern. Beim in Solothurn stationierten Radio 32 lag die Nutzung mit 56,2 Minuten pro Tag noch etwas höher und absoluter Spitzenreiter ist Radio BeO mit 65,2 Minuten.
Westschweizer hören weniger Radio
In der Westschweiz erreichten die Sender der SRG im zweiten Halbjahr einen Marktanteil von 65,9 Prozent (+0,1 Prozent). Die Privatsender (24,1 Prozent) stehen in der Romandie im Vergleich zur Deutschschweiz in stärkerer Konkurrenz zu den ausländischen Sendern, die in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres einen Marktanteil von 10 Prozent erreichten. Die Westschweizer hören mit durchschnittlich 103,7 Minuten pro Tag zudem weniger lange Radio als die Deutschschweizer.
Die Bewohner der italienischen Schweiz liegen mit 119,5 Minuten täglich dazwischen. Die SRG-Sender haben hier mit 79,6 Prozent den höchsten Marktanteil. Allerdings werden in der Erhebung nur zwei private Sender aufgeführt.
Hörerzahlen Italienische Schweiz (set/sda)
Bild: SRF/Danielle Liniger

