Bei der SRG kommt es bis 2014 zum Personalabbau. Ab 2011 sollen in den Supportbereichen Einsparungen von jährlich rund 17 Mio. Franken erzielt werden. Bis 2014 soll das Sparvolumen schrittweise auf rund 33 Mio. Franken pro Jahr ansteigen. Das heisst: In der gesamten SRG fallen bis 2014 netto rund 100 Vollzeitstellen weg. Wie der Verwaltungsrat mitteilt, erfolge der Stellenabbau über einen Zeitraum von mehreren Jahren und wird mehrheitlich über die natürliche Fluktuation erfolgen.
Vom Abbau betroffen sind die Bereiche IT-Infrastruktur, Immobilien, Logistik, Human Resources & Ausbildung, Kommunikation & Marketing sowie Finanzbuchhaltung. Nach Abzug der Projekt- und Sozialkosten und sofern es die Finanzlage zulasse, sollen mit den freigewordenen Mitteln die publizistischen Konvergenzprojekte finanziert und im Sinne der Konzession die Eigenproduktionen gefördert werden, teilt die SRG mit. Mit Einsparungen allein könne das strukturelle Defizit nicht aufgefangen werden, hält die SRG fest. In der Mittelfristplanung und im Bericht "Finanzbedarf 2011 bis 2014" seien die finanziellen Auswirkungen der Effizienzprojekte bereits berücksichtigt gewesen.
Gewerkschaft zeigt sich enttäuscht
Das Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) protestierte in einer Mitteilung gegen den Stellenabbau. Die Mitarbeitenden bei SRG SSR litten durch die Effizienzgewinne seit Jahren unter zunehmendem Stress. Ohne Verbesserung der Finanzierungsbasis werde sich der Stellenabbau fortsetzen. Nicht akzeptabel ist für die Mediengewerkschaft der Sozialplan. Wer Versetzungen, Lohnreduktionen, Kürzung des Arbeitspensums ablehne, solle keien Leistungen aus dem Sozialplan erhalten. Diese Klauseln seien überflüssig uind unfair. Niemand werde in der heutigen Situation seine Stelle leichtfertig aufs Spiel setzen, um eine "magere Abfindung" zu kassieren.
Preisüberwacher prüft Finanzbedarf
Die SRG SSR idée suisse wird auch beim Preisüberwacher zum Thema. Stefan Meierhans will prüfen, ob der zusätzliche Finanzbedarf von jährlich 54 Millionen Franken gerechtfertigt ist. Die am Donnerstag angekündigten Einsparungen sind darin bereits eingerechnet. Er werde zunächst diesen Bedarf untersuchen, den die SRG im vergangenen November für die Jahre 2011 bis 2014 selbst angemeldet hatte, sagte Meierhans am Donnerstag vor den Medien in Bern. Der Abbau von 100 Stellen bis 2014 ist im Bericht an den Bundesrat bereits inbegriffen.
Wie vom Gesetz vorgesehen werde er dem Bundesrat seine Stellungnahme dazu zukommen lassen, sagte Meierhans. Erst in einem zweiten Schritt gehe es darum, wie die SRG das Finanzloch füllen wolle. Das Interesse gelte den Auswirkungen auf die Radio- und TV-Gebühren. Bezüglich Fernsehgebühren wird sich Meierhans auch mit der Inkassostelle Billag weiter befassen. Einen Wechsel hin zu einem System mit geräteunabhängigen Gebühren unterstütze er, sagte er. (sda/per)

