06.03.2018

Nach No Billag

Studie rät von Werbeverbot für SRG ab

Die frei werdenden Gelder würden zu einem grossen Teil ins Ausland abwandern, kommt das Bakom zum Schluss.

Die SRG soll in der Primetime nach 20 Uhr keine Werbung mehr ausstrahlen dürfen – dies eine Forderung, die in der politischen Diskussion immer wieder auftaucht. Selbst die SRG stellte noch am Abstimmungssonntag in Aussicht, künftig darauf verzichten zu wollen, Spielfilme durch Werbeblöcke zu unterbrechen (persoenlich.com berichtete).

Eine aktuelle Studie des Bundes rät jedoch von einem auch nur teilweisen Werbeverbot ab. «Die bei einem partiellen Werbeverbot auf den SRG-Fernsehkanälen frei werdenden Werbegelder würden zu einem grossen Teil dem Schweizer Markt und dem Schweizer Journalismus entzogen», heisst es im elfseitigen Papier. Dieses wurde bisher unter Verschluss gehalten und liegt nun der «az Nordwestschweiz» vor.

Im Geschäftsbericht 2016 habe die SRG Werbeeinnahmen von 230,5 Millionen Franken ausgewiesen, heisst es in der vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) verfassten Bericht. 115 Millionen davon seien nach 20 Uhr, 26 Millionen nach 22 Uhr erwirtschaftet worden. Ein Werbeverbot auf SRF 1 und RTS 1 ab 20 Uhr würde zu einem Rückgang der Netto-Werbeerträge von 105 bis 115 Millionen Franken führen, so das Bakom.

Von den bei der SRG wegfallenden Werbemitteln profitieren würden laut Bakom in erster Linie internationale Anbieter wie Google und Facebook, heisst es in der «az Nordwestschweiz» weiter. Von jenen Mitteln, die zugunsten des privaten Fernsehens umgelagert werden könnten, dürften laut Bakom etwa 80 Prozent an die ausländischen Werbefenster und bloss 20 Prozent an schweizerische Privatsender gehen. (cbe)


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KOMMENTARE

Markus Britschgi
07.03.2018 10:06 Uhr
Wie die Medien mit dieser Studie umgehen, dazu habe ich ein paar Fragen. www.blueeyesmarketing.ch/2018/03/06/medien-zitieren-gerne-aus-mafostudien-aber-bitte-nicht-so/
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