17.10.2005

Südostschweiz lanciert Sonntagsausgabe

Die Südostschweiz steigt in den Sonntagsmarkt ein: Ab 7. Mai kommenden Jahres erscheinen die Regionalausgaben Graubünden, Glarus, Gaster und See sowie das "Bünder Tagblatt" mit einer siebten Ausgabe, der "Südostschweiz am Sonntag". Die Auflage wird 40'000 Exemplare betragen. Redaktionell wird die Sonntagsausgabe dem Geschehen am Samstag gewidmet sein sowie zusätzliche Inhalte im Bereich Hintergrund und Unterhaltung anbieten.
Südostschweiz lanciert Sonntagsausgabe

Mit ihrer Sonntagsausgabe erhofft sich die Südostschweizer Presse eine Stärkung der Tageszeitung im Leser- und Inseratemarkt. "Der Leser soll auch an jenem Tag eine Tageszeitung erhalten, an welchem er am meisten Zeit zum Lesen hat", erklärt Verleger Hanspeter Lebrument gegenüber "persoenlich.com". Lebrument glaubt, dass die Südostschweiz mit der Sonntagsausgabe in der Werbung einen besonderen Stellenwert im regionalen und lokalen Sektor und in bescheidenerem Umfang auch im nationalen Sektor erlangen wird.

Redaktionell wird die Sonntagsausgabe dem Geschehen am Samstag gewidmet sein sowie zusätzliche Inhalte im Bereich Hintergrund und Unterhaltung anbieten. Grundsätzlich soll sich die Sonntagsausgabe gemäss LeBrument nicht stark von der Tageszeitung unter der Woche unterscheiden, auch wenn er davon ausgeht, dass am Sonntag Analysen und längere Artikel stärker gewichtet werden.

Dank der Lancierung der Sonntagsausgabe sollen die Redaktionen in Chur, Glarus und Uznach personell verstärkt werden. Lebrument rechnet damit, dass insgesamt in den Bereichen Vertrieb, Druck, Anzeigenakquisition und Redaktion Stellenprozente für rund vierzig Arbeitsplätze geschaffen werden. "Das ist auch für uns keine unwichtige Angelegenheit", so der Verleger.

Die Sonntagsausgabe wird im Frühzustellgebiet der Südostschweiz herausgegeben, das durch Zeitungsverträger erschlossen ist, nicht jedoch an Orten mit Postzustellung. Trotz des Mehraufwands in den Bereichen Redaktion, Druck und Vertrieb erhalten alle Abonnentinnen und Abonnenten im Frühzustellgebiet die Sonntagsausgabe bis zur Erneuerung des laufenden Abonnements gratis. Danach werden die Preise geringfügig erhöht.

Die Abo-Preise ausserhalb des Frühzustellgebiets bleiben unverändert. Eine Ausweitung des Abonenntenstamms ausserhalb des Frühzustellungsgebiets steht für Verleger LeBrument denn auch nicht im Vordergrund. Trotzdem soll dort die Zeitung an Kiosken und Tankstellen erhältlich sein; geprüft werden überdies auch andere Abgabemöglichkeiten (Restaurants, Zeitungsboxen etc.).

Der Erfolg der bestehenden Sonntagspresse zeige, dass seitens der Leser und Inserenten ein grosses Bedürfnis für Zeitungslektüre und Insertionsmöglichkeiten am Sonntag bestehe, begründet die Südostschweiz Presse AG ihr Wagnis in den Sonntagsmarkt. Könnte das Beispiel der Sonntagsausgabe Schule machen? Auch andere regional verankerten Verlage haben sich zum Thema schon Gedanken gemacht. Wo die geographische Expansion nur sehr beschränkt möglich ist, wird Wachstum mit einem engeren Erscheinungsrhythmus ins Auge gefasst.

Bei der Mittelland Zeitung etwa ist die Lancierung einer Sonntagsausgabe ein Thema, wie Ueli Eckstein gegenüber "persoenlich.com" bestätigt. In der Projektierungsphase sei man aber noch nicht. Gut möglich, dass sich dies schon bald ändern wird, wenn der gewagte Schritt der Südostschweiz erfolgreich sein wird.


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