Die weltweit grösste Internet-Suchmaschine Google beugt sich chinesischem Druck: Sie übt bei ihrem neuen Suchdienst in China Selbstzensur. Das US-Unternehmen räumte am Mittwoch ein, selbst aktiv politisch heikle Themen herauszufiltern. " Google sei sich bewusst, dass überall auf der Welt der Informationszugang reguliert oder beschränkt werde. Das Unternehmen müsse sich dabei an die jeweils geltende Rechtslage halten.
Die Massnahme stiess auf heftige Kritik. Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" sprach von "Heuchelei" und sah einen "Schwarzen Tag für die Meinungsfreiheit in China". Jetzt könnten die 110 Millionen Internetnutzer in China über diese Suchmaschine nur Material finden, das von Peking gebilligt sei und nichts mit Demokratie, Menschenrechten in China oder Tibet zu tun habe.
Zu den Tabuthemen in China gehören Taiwan, Tibet und das Massaker nach der Demokratiebewegung um den Tian'anmen-Platz 1989 sowie Kritik an der Kommunistischen Partei oder die Kultbewegung Falun Gong.

