Zeitungen und Zeitschriften werden nicht aussterben. Dieser Meinung sind die Verantwortlichen in den Deutschschweizer Medienhäusern. Sie glauben aber, dass sich bezahlte Tageszeitungen immer mehr zum Luxusartikel entwickeln werden, so eine Umfrage. An der Umfrage des Verbandes Schweizer Presse nahmen 137 Führungskräfte teil, darunter 60 Unternehmensleiter (CEOs), 36 Geschäftsleitungsmitglieder und 26 Abteilungs- und Bereichsleiter. Am Mittwoch wurden die Ergebnisse veröffentlicht.
Gemäss dieser Umfrage glauben die Medienunternehmen nach wie vor an die Zukunft der Printtitel. Dass es im Jahr 2025 keinerlei gedruckten Medien mehr geben wird, davon geht nur ein Fünftel der Befragten aus. Die Zeitungen werden aber anders daherkommen: 66 Prozent glauben, dass die Tageszeitungen künftig dünner, aber dafür qualitativ besser seien. Den Magazinen angleichen sollen sie sich aber nicht. Nur 40 Prozent sind überzeugt, dass sich Tageszeitungen künftig auf Hintergründe und Servicethemen beschränken und die Aktualität dem Internet überlassen sollen.
Mit zunehmender Konzentration entsteht laut den Führungskräften die Gefahr des Einheitsbreis: Nur 39 Prozent gehen davon aus, dass grosse Unternehmen die Produktevielfalt gewährleisten werden. Interessanterweise stammt diese Ansicht mehrheitlich aus den Teppichetagen der Verlage mit über 500 Angestellten. In den Kommentaren, welche die Befragten abgeben konnten, werden denn auch mahnende und kritische Stimmen laut: "Unser Problem ist die Glaubwürdigkeit", schreibt ein Befragter. Grösse könne diese nicht ersetzen. Andere fordern mehr Eigenständigkeit und verurteilen den gegenwärtigen "Copy-Paste"-Journalismus.
Daran, dass die Leserinnen und Leser auch in Zukunft Geld für Information ausgeben, zweifelt in der Deutschschweizer Verlagsbranche eigentlich niemand. Die Qualität des Angebotes muss allerdings stimmen. Für 62 Prozent der Befragten ist es deshalb wichtig, die publizistische Qualität ihres Produktes zu verbessern. (sda)

