Secondos und Secondas aus Sri Lanka haben am Donnerstag eine Gratiszeitung verteilt, um auf die Leiden der Bevölkerung in ihrem Heimatland aufmerksam zu machen. Dabei kopierten die Herausgeber das Logo der Pendlerzeitung "20minuten", das sie in "30minuten" umwandelten. In der zwölfseitigen Zeitung, die in der Deutschschweiz verteilt wurde und auch im Internet aufgeschaltet ist, äussern sich mehrere Personen, darunter der Aargauer Nationalrat Geri Müller, zum Konflikt in Sri Lanka. Auch Bilder von Toten und Verletzten sind zu sehen.
Herausgeber der Gratiszeitung ist offenbar ein "Verein 30 Minuten". Ziel der Zeitung sei es, aufzurütteln und "den Schrei nach Hilfe" in die Schweiz, "das Land der humanitären Tradition", weiterzutragen, heisst es auf der letzten Seite. Die Herausgeber werden Bern vor, zum Konflikt zu schweigen, "wie wenn in Sri Lanka alles bestens wäre".
"20minuten" sei über das Erscheinen von "30minuten" nicht vorgängig informiert worden, hiess es auf Anfrage der SDA. Marcel Kohler, Geschäftsleiter von "20minuten" sprach von "klarer Markenrechtsverletzung", die im Fall von Vorsatz strafbar sei. "Wir werden den Verein auffordern uns zuzusichern, dass sich dieser Fall nicht wiederholt", sagte Kohler.
Auch wenn es sich beim Konflikt in Sri Lanka um eine Tragödie handle, könne "20minuten" nicht akzeptieren, dass die Zeitung für eine Kampagne herbeigezogen werde. "20minuten" behalte sich weitere Schritte vor, sagte Kohler. (sda)

