Die Urheberrechtsgesellschaft ProLitteris will die Tarife erhöhen: Papierkopien sollen 10 Prozent, digitale 40 Prozent teurer werden. Die Tarifpartner wehren sich, am stärksten der Gewerbeverband: Viele seiner Mitglieder zahlen für ein Recht, das sie nicht nutzen.
Wer in der Schweiz ein literarisches oder bildnerisches Werk nutzt, muss der ProLitteris dafür eine Entschädigung entrichten, die diese an die Urheber weiterleitet. Abgabepflichtig sind Betriebe ab 10 Mitarbeitern, die ein Kopiergerät besitzen und/oder ein betriebsinternes Computernetzwerk. Der Tarif wird pauschal erhoben, egal, ob urheberrechtlich Geschütztes verwendet wird oder nicht.
Der Arbeitgeberverband der grafischen Industrie Viscom ist gegen jegliche Erhöhung dieser Pauschalen, wie er in einem Communiqué vom Freitag mitteilte. Dabei geht es nur um durchschnittlich 100 Franken jährlich: Grafische Betriebe bezahlen künftig je nach Grösse 16 bis 187 Franken im Jahr mehr für das Recht, urheberrechtlich geschützte Texte zu kopieren und in ihr Intranet zu stellen.
Die Viscom hält die Tariferhöhung für unbegründet: Es würde heute nicht mehr kopiert als vor zehn Jahren, da es technische Alternativen gebe. Ausserdem solle die ProLitteris erst ihr eigenes Sparpotenzial nutzen und einen Teil der Betriebskosten - laut Viscom 20 bis 30 Prozent - senken.

