12.01.2017

Ungarn

Tretende Reporterin erhält Bewährungsstrafe

Eine ungarische Kamerafrau, die im Sommer 2015 während der Arbeit absichtlich nach davonlaufenden Flüchtlingen trat, hat eine Bewährungsstrafe bekommen.
Ungarn: Tretende Reporterin erhält Bewährungsstrafe
Nachdem eine ungarische Kamerafrau Flüchtlinge getreten hat, wurde sie entlassen. (Bild: Stephan Richter/RTL)

Das Gericht in der südungarischen Stadt Szeged verhängte in seinem Urteil am Donnerstag kein konkretes Strafmass, sondern setzte die mögliche Bestrafung auf drei Jahre aus, wie das Budapester Internet-Portal index.hu berichtete. Der Spruch erster Instanz ist noch nicht rechtskräftig.

Die Kamerafrau, die für den zur rechtsextremen Jobbik-Partei gehörenden Internet-Fernsehsender N1TV arbeitete, hatte auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszustroms nach Europa mit ihrem Verhalten Empörung ausgelöst. Videos von anderen Journalisten zeigten, wie sie einem Flüchtling mit einem Kind im Arm ein Bein stellte, woraufhin dieser samt Kind zu Boden fiel. Ausserdem war zu sehen, wie sie einem kleinen Mädchen gegen das Schienbein trat.

Der Jobbik-Sender kündigte ihr daraufhin (persoenlich.com berichtete). Später entschuldigte sich die heute 41-Jährige, behauptete aber zugleich, nur aus Angst vor den Flüchtlingen so gehandelt zu haben. Diese hatten im Grenzort Röszke bei Szeged eine Absperrung ungarischer Grenzpolizisten durchbrochen. In dem Prozess argumentierte die Kamerafrau ähnlich. Der Richter hielt dies jedoch für unglaubwürdig. (sda/dpa)

 

 


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