27.01.2006

Bertelsmann

Tür für Börsengang weit offen

GBL will Anteile des Medienkonzerns abstossen.

Der mächtigste Medienkonzern Europas, die Bertelsmann AG, soll offenbar an die Börse kommen. Der Minderheitsgesellschafter Groupe Bruxelles Lambert (GBL) will seine Anteile an dem Unternehmen loswerden, sobald die Bedingungen dafür günstig sind. Im Vorstand der GBL wurde festgelegt, einen Börsengang ab Mai 2006 ins Auge zu fassen. Die Gruppe, die 25.1 Prozent des Medienkonzerns hält, teilte mit, eine Erstnotiz für 2007 anzusteuern. Die Umsetzung des geplanten Vorhabens würde einen der grössten Börsengänge weltweit bedeuten.

Ob mit Widerstand der Eigentümerfamilie von Reinhard Mohn zu rechnen ist, bleibt vorerst offen. Mohns Ehefrau Liz habe vor etwa einem Jahr gesagt, die Familie würde einen Börsengang nicht verhindern, aber auch keine Anteile rückkaufen, so Bertelsmann-Sprecher Andreas Grafemeyer gegenüber pressetext.

Als das belgische Unternehmen des Finanzinvestors Albert Frére 2001 infolge der Übernahme von RTL den 25.1-Prozent-Anteil an Bertelsmann erworben hatte, wurde die Option eines Ausstiegs über die Börse vertraglich geregelt. Der Rest des Medienkonzerns teilt sich unter der Familie Mohn, die 17.3 Prozent hält, sowie der Bertelsmann-Stiftung mit 57.6 Prozent auf. Im vergangenen Dezember hatte Vorstandschef Thielen noch verlauten lassen, dass nichts auf einen Börsengang hindeute.


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