Am 1. September hat Ueli Eckstein, bisher Leiter Printmedien bei der AZ Medien, seinen neuen Posten als CEO der Espace Media aufgenommen. Damit ist auch die Aufgabe von Uli Rubner, die im Januar im Auftrag von Tamedia das Amt als interimistische Verlagsdirektorin von Berner Zeitung (BZ) und Bund angetreten hatte, im Wesentlichen beendet. "Es stimmt, dass ich letzte Woche Ueli Eckstein die meisten Dossiers übergeben habe und in den nächsten Wochen nur noch vereinzelte Termine zusammen mit ihm im Sinne einer Übergabe wahrnehme", schreibt sie.
In Bern hat Rubner einige pressepolitische Spuren hinterlassen. Der Entscheid Tamedias, die Zeitung Bund (vorläufig) zu retten, verbunden mit einschneidenden Sparmassnahmen und einer neuen Kooperation mit dem Tages-Anzeiger, geht auf ihre Evaluation und Marktanalyse zurück. In Bern war auch Aufräumen angesagt: So hat sie den gesamte Crossmedia-Verkauf reorganisiert und wieder gattungsspezifisch ausgerichtet. Zudem wird nun die BZ-Auflage schrittweise reduziert, primär im Bereich der fast gratis abgegebenen "Marketingabos". Deren Auflagenanteil ist verglichen mit andern Deutschschweizer Titeln einzigartig hoch und macht insbesondere in der Stadt Bern seit Jahren rund ein Viertel aus, was gegenüber dem Bund eine krasse Wettbewerbsverzerrung darstellt. Reduziert wird die BZ-Auflage ferner durch die angekündigte Einstellung des Splits Solothurner Tagblatt.
Rubner, die sich nach 20 Jahren Journalismus und Verlagsarbeit im Mai 2008 selbständig gemacht hatte (www.ulirubner.com), hat derzeit ein paar kleinere Mandate im Medienbereich, darunter ein Headhunting-Mandat. "Daneben habe ich noch freie Kapazitäten für Medien- und Verlagsprojekte und beginne im Oktober eine Ausbildung im Bereich Immobilien, da ich künftig noch mehr Aktivitäten auf diesem Gebiet entfalten will." Ob sie auch neue Aufgaben im Auftrag Tamedias übernehmen wird aktuell etwa bei Edipresse - ist gemäss Rubner "noch offen". Klar ist aber: An den entsprechenden Sprachkenntnissen würde es ihr nicht fehlen. Rubner hatte in Italien und Österreich Betriebswirtschaft und moderne Sprachen studiert und Stages in London und Paris absolviert. (Markus Knöpfli)

