Der US-Medienkonzern Viacom will aus dem Viva-Ableger Viva Plus einen Comedysender machen. Dies hat Simon Guild, der Europachef der Viacomsendergruppe MTV, in einem Interview mit der Financial Times Deutschland bestätigt. Damit verfolgt der Viacom-Konzern seine nach dem Kauf der Viva-Gruppe festgelegte Strategie weiter, im deutschsprachigen Raum nur zwei Musikprogramme -- MTV und Viva -- zu betreiben.
"Uns gehört mit Brainpool in Köln der grösste europäische Comedyproduzent. Da liegt es nahe, dass wir diese Kompetenz bei der Umwandlung unseres vierten Kanals nutzen", meinte Guild. Nach der Umwandlung von MTV2 Pop zum Kinderkanal Nick im September diesen Jahres plant Viacom, die Kanalneuausrichtung "nach der Etablierung von Nick im Jahr 2006" durchzuführen.
Aufgrund des begrenzten Investitionsspielraums und den Umsatzvorgaben des US-Mutterkonzerns wird das europäische Management wie bei der europäischen Nickelodeon-Variante bevorzugt auf vorhandene US-Programme und Formate zurückgreifen, die sich bereits im Besitz des Konzerns befinden. FTD zufolge berechnet Viacom den Landesablegern nämlich nichts, wenn sie auf etablierte US-Programme zurückgreifen.
Dass der ausschliessliche Einsatz US-amerikanischer Produktionen die heimischen Seherbedürfnisse nicht vollständig abdecken kann, beweisen die weiterhin geringen Seherzahlen bei Nick, der beinahe ausschliesslich Programme des internationalen Nickelodeon-Netzes aus den USA zeigt.

