Tamedia erzielte im Jahr 2002 einen Betriebsertrag von 639 Mio. Franken, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Das entspricht einem Rückgang von 117 Mio. Franken bzw. 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Geschäftsbereich Zeitungen erlitt eine Umsatzeinbusse von 22 Prozent. Der entsprechende Betriebsertrag nahm von 519 Mio. auf 402 Mio. Franken ab. Bei den Zeitschriften sank der Betriebsertrag von 124 Mio. um 12 Prozent auf 110 Mio. Franken. Die elektronischen Medien verzeichneten mit 104 Prozent einen Wachstumssprung um 13 Mio. auf 26 Mio. Franken. Im Geschäftsbereich Services stieg der Betriebsertrag leicht auf 101 Mio. gegenüber 100 Mio. Franken im Vorjahr.
Der Rückgang im Bereich Zeitungen sei vor allem auf die konjunkturell bedingt rückläufigen Stellenanzeigen zurückzuführen, erklärt Tamedia. Auch die Aufträge für kommerzielle Inserate hätten sowohl bei den Zeitungen als auch bei den Zeitschriften im Jahr 2002 abgenommen. Im Bereich elektronische Medien seien erstmals Radio 24 und TeleZüri für 12 Monate in die Rechnung eingegangen. Zusammen mit der Akquisition von Radio Basilisk erklärten dies die markante Umsatzzunahme. Im Geschäftsbereich Services sei der Rückgang des Druckertrages durch die Steigerung im Bereich Vertrieb ausgeglichen worden.
Keine Erholung bei Tages-Anzeiger
Tamedia-Sprecherin Regula Tschopp sagte gegenüber der Nachrichtenagentur sda, nach einem Minus von rund 30 Prozent beim Flaggschiff Tages-Anzeiger im ersten Semester 2002 habe der schwierige Arbeitsmarkt bis Ende Jahr keine positive Entwicklung mehr gebracht. Die erwartete Einbusse bei der Sonntags-Zeitung wegen der neuen Konkurrenz NZZ am Sonntag sei zudem schwächer ausgefallen als befürchet, sagte Tschopp. Der Lokalsender TeleZüri, den Tamedia von Roger Schawinski übernommen hatte, schreibe weiterhin rote Zahlen, so Tschopp.
Festhalten an Gewinnprognose
Der Konzern halte an der Gewinnprognose 2002 von einer zweistelligen Millionenzahl fest, wie Tschopp sagte. Im ersten Semester 2002 sank der Konzerngewinn um 29 Prozent auf 26.9 Mio. Franken. Im Jahr 2001 resultierte wegen der Abschreibung für TV3 ein Verlust von 12 Mio. Franken. Das Verlagshaus habe bereits im Herbst mit Kostensenkungsmassnahmen auf die schlechten Aussichten für 2003 reagiert, erklärt Tschopp weiter. Danach wurden 18 Stellen gestrichen, zuvor waren bereits im Online- und TV-Bereich Arbeitsplätze eingespart worden. (sda)

