Die Überraschung war gross, als diese Woche der Publizist Roger de Weck als neuer SRG-Generaldirektor präsentiert wurde. Die in den Medien genannten Favoriten hatten alle das Nachsehen. Jetzt äussert sich mit Publigroupe-Chef Hans-Peter Rohner gegenüber der "Aargauer Zeitung" erstmals öffentlich ein unterlegener Kandidat: Er sei für den Posten angefragt worden mit der Begründung, seine langjährige Führungserfahrung an der Spitze eines Unternehmens sei genau das Profil, das die SRG jetzt brauche. Um so mehr war Rohner über die Wahl de Wecks erstaunt, weil de Weck und er selbst völlig andere Erfahrungen mitbringen - hier der Publizist, da der langjährige Medienmanager. Für Rohner liegt es deshalb nahe, dass während des Verfahrens das Jobprofil geändert worden ist.
Tatsächlich hat es Änderungen gegeben, wie die SRG nun bestätigt. Man habe die Akzente leicht anders gesetzt, sagt Viktor Baumeler, SRG-Verwaltungsrat und Leiter des Nominationsausschusses. Publizistische Aspekte seien stärker, Führungserfahrung etwas weniger gewichtet worden. Der SRG-Verwaltungsrat hat die Profiländerung laut Baumeler abgesegnet. Bundesrat Moritz Leuenberger sei nicht in das Verfahren involviert gewesen, wie sein Sprecher ausrichten liess. Er habe lediglich vor dem Start des Verfahrens seine Wünsche punkto Anforderungsprofil deponieren können.

