Die New York Times hat Details zu ihren Paid-Content-Plänen bekannt gegeben. Aus der Führungsetage wird nun signalisiert, dass die renommierte Zeitung nicht von einer sogenannten Paywall sprechen will, sondern einen Mittelweg sucht. So soll künftig über ein Freemium-Modell sowohl kostenloser als auch kostenpflichtiger Content angeboten werden, berichtet der Guardian.
"Wir betrachten das als Weg, weiterhin stabile Anzeigenverkäufe sowie ein Bezahl-Publikum zu haben", so Janet Robinson, Präsidentin und CEO der "New York Times". Derzeit integriere die Zeitung gerade seine Abonnenten-Datenbank in das neue Freemium-System, sodass diese Kunden gratis auf der Website surfen können.
Die "New York Times" will jedenfalls nicht ihre Führungsposition unter den Zeitungswebseiten verlieren. Wie seitens der Verantwortlichen klar gemacht wurde, ermögliche das Freemium-Modell verschiedene Interessen in Balance zu halten. Dabei gehe es sowohl um Umsätze als auch Werbung und Reichweite. Auch neue Leser sollen behutsam behandelt werden. Ihnen will die "New York Times" zunächst nichts verrechnen, erst wenn sie zu regelmässigen, häufigen Lesern werden, sollen sie zur Kasse gebeten werden. Angst davor an Stellenwert einzubüssen hat die Zeitung nicht. "Man verliert erst dann, wenn man aufhört hoch-qualitativen Journalismus zu produzieren", meint Arthur Sulzberger, Chairman und Verleger der "New York Times".
60 Prozent der Leserschaft generiert die "New York Times" direkt über die Homepage, so Sulzberger. Eine grosse Gruppe an Lesern komme aber sozusagen durch die Hintertür, etwa durch Verlinkung über Blogs. Für diese Leser werde das Angebot in Zukunft ebenfalls - zunächst - kostenfrei bleiben. "Irgendwann stossen sie dann auf eine Bezahlschranke und werden zu Abonnenten", glaubt Sulzberger.
Die "New York Times" war in den vergangenen 15 Jahren kostenlos im Web verfügbar. "Wir haben genug Reichweite und Grösse, um diesen Schritt zu machen. Wir hoffen, dass das Zwischenmodell uns erlauben wird, eine sehr grosse Website zu bleiben und einen zweiten Umsatzkanal zu bekommen", so Martin Nisentholtz, Senior Vice President Digital Operations bei der "New York Times". (pte)

