18.07.2005

Südostschweiz

Verhängt Chefredaktor Masüger Zensur?

In Situ reichte beim Presserat Beschwerde ein.

Andrea Masüger unterstehen laut dem "Führungsorganigramm" der Südostschweiz-Mediengruppe, die Südostschweiz (SO), das Bündner Tagblatt, La Quotidiana, Radio Grischa, Radio Engadina und Tele Südostschweiz. Wer in Graubünden auf Medienöffentlichkeit angewiesen ist, ist deshalb gut beraten, Masüger pfleglich zu behandeln. Dies musste laut WOZ auch der informelle und künstlerische Leiter des Churer Theaterkollektivs In Situ, Wolfram Frank erfahren.

Bei einer zufälligen Begegnung im Februar 2005 in einer Churer Gaststube kommt es gemäss der linken Wochenzeitung zu einer heftigen verbalen Auseinandersetzung zwischen den beiden. Frank habe dabei Masüger vorgeworfen, er beobachte eine "DDR-isierung" in der SO und bezeichnete diese als "Faschistenblatt". Dies alles wird jedoch von Frank dementiert oder zumindest nur in abgeschwächter Form bestätigt: er habe nur von "faschistoider Symptomatik" gesprochen.

Wer wem was gesagt hat, ist wohl im Nachhinein nicht mehr genau zu sagen. Fakt ist gemäss WOZ, dass Masüger nach diesem Streit endgültig der Kragen geplatzt ist und er im März 2005 erklärt hat: "Wir werden über In Situ so lange publizistisch keine Zeile mehr verlieren, bis sich Herr Frank schriftlich bei uns entschuldigt hat. "

In der Folge sollen sich nacheinander das Theaterkollektiv, der Vorstand und das Patronat von In Situ in Stellungnahmen mit Frank solidarisiert und Masüger aufgefordert haben, das "Berichterstattungsembargo" aufzuheben. Doch dieser blieb hart.

In Situ hat am 10. Juni beim Schweizerischen Presserat gegen die SO Beschwerde betreffend "Informationsverweigerung und Informationsverbot" eingereicht: Zwischen dem Konflikt von Masüger und Frank bestehe "keinerlei sachlicher Zusammenhang". Am 26. Juni hat auch Masüger beim Presserat seine Stellungnahme eingereicht. Nach seiner Meinung sollte man die Beschwerde ablehnen, da die Mitglieder von In Situ akzeptieren müssten, "dass das Verhalten ihres Chefs auf ihre Gruppe abstrahlt."


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