05.01.2022

Ringier

Verleger verteidigt journalistische Arbeit

«Die Unterstellung, dass Journalismus nach Weisung betrieben wird, ist eine böswillige Diffamierung der Arbeit von vielen Journalistinnen und Journalisten im Hause Ringier», schreibt Michael Ringier in einem Kommentar.
Ringier: Verleger verteidigt journalistische Arbeit

Am Dienstag äusserte sich Ringier-CEO Marc Walder in der NZZ ausführlich zu seinen heftig kritisierten Aussagen in einem Video vom Februar 2021, welches der Nebelspalter vergangene Woche veröffentlichte. Wörtlich sagt er dort: «Wir hatten in allen Ländern, wo wir tätig sind – und da wäre ich froh, wenn das in diesem Kreis bleibt – auf meine Initiative hin gesagt: ‹Wir wollen die Regierung unterstützen durch unsere mediale Berichterstattung› …»

Einen Tag später meldet sich am Mittwoch auch Ringier-Verleger Michael Ringier im Blick zu Wort. Eines könne er als Verleger von über 100 Redaktionen in 18 Ländern und Tausenden Journalisten nicht einfach stehen lassen. «Die Unterstellung, dass hier Journalismus nach Weisung betrieben wird, ist eine absolut böswillige Diffamierung der täglichen Arbeit von vielen kompetenten und äusserst seriös arbeitenden Journalistinnen und Journalisten im Hause Ringier», schreibt Ringier in einem Beitrag in eigener Sache, welcher auch auf der Front der Printausgabe abgedruckt wurde.

Ringier erinnert daran, dass im Februar 2018 in der Slowakei ein Ringier-Journalist und seine Verlobte getötet worden waren, weil dieser mit seinen Recherchen einem Mächtigen zu nahegekommen war (persoenlich.com berichtete).

In Zeiten der Coronapandemie gehe es nicht ums Abschiessen, ums Rechthaben, um Opposition oder um die Sensation und den Primeur. Es gehe um Einordnung, um Erklärung, um Hilfestellung und um Diagnose und Analyse nach bestem Wissen und Gewissen, so Ringier weiter. Zum Schluss wendet er sich direkt an die Journalistinnen und Journalisten seines Verlags: «Machen Sie, geschätzte Ringier-Journalistinnen und -Journalisten, einfach so erfolgreich weiter wie bisher.» (wid)



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Kommentare

  • Victor Brunner, 05.01.2022 09:46 Uhr
    Eine weitere Peinlichkeit aus dem Hause Ringier. Michael Ringier will am Beispiel des ermordeten Journalisten in der Slowakei Walder entlasten/erklären! Wahrscheinlich hätte sich der ermordete Journalist nie einen Maulkorb von Walder verpassen lassen.
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