05.02.2010

Steuerstreit

Vorwürfe gegen Tamedia-Verleger

Pietro Supino nimmt Stellung.

Unter dem Titel "Auf der Spur des heissen Geldes" publizierte die Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" am Freitag einen Artikel, wonach 1998 eine Tochtergesellschaft der renommierten Zürcher Anwaltskanzlei Bär & Karrer für einen der Steuerhinterziehung verdächtigten deutschen Unternehmer einen Trust einrichtete, um dessen Steuerprobleme zu "optimieren". Damit soll ein Steuerbetrug in Millionenhöhe gedeckt worden sein. Als Vertreter der Anwaltskanzlei trat dabei der damalige Bär & Karrer-Anwalt und heutige Tamedia-Verleger Pietro Supino auf, der letzte Woche vom Branchenmagazin "Schweizer Journalist" zum "Verleger des Jahres" gekürt wurde. Dies sei aus Unterlagen ersichtlich, die der "Financial Times Deutschland vorlägen. Die Geschichte wurde nun von mehreren Schweizer Medien aufgegriffen, darunter auch vom "Tages-Anzeiger", ohne den Namen Supinos konkret zu erwähnen.

Gegenüber persoenlich.com hat Pietro Supino nun zu den ganzen Vorwürfen Stellung genommen: "Als junger Anwalt arbeitete ich von 1996 bis 1998 als persönlicher Mitarbeiter und Assistent des Gründungspartners Dr. Thomas Bär bei Bär & Karrer Rechtsanwälte in Zürich. Nach den jüngsten Medienberichten um die Errichtung eines Trusts auf den Cayman Islands hat Bär & Karrer AG am Freitag schriftlich bestätigt, dass ich als angestellter Rechtsanwalt auf Anweisung und unter Aufsicht der Kanzlei tätig gewesen bin. Dabei lagen Kundenkontakt und die Kundenverantwortung bei Dr. Thomas Bär, der auch Verwaltungsratspräsident der Bank Julius Bär war. Im übrigen kenne ich die Hintergründe dieses Falles nicht - Bär & Karrer gestattet mir unter Berufung auf das Anwaltsgeheimnis keinen Einblick, hat aber früher versichert, dass alles korrekt sei. Aus diesen Gründen wäre es nicht sachgerecht, mir in diesem Zusammenhang ein bedeutsame Rolle zuzuschreiben."


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