Die Führung der Espace Media Groupe hat bei der Berner Zeitung und Der Bund einen Stellenabbau angeordnet, wie Verlagsdirektorin Franziska von Weissenfluh gegenüber der NZZ am Sonntag auf Anfrage bestätigte. Bei beiden Tageszeitungen werden je vier Redaktionsstellen gestrichen. Als Grund nennt von Weissenfluh den Inseraterückgang, der sich nur mit Einsparungen auffangen lasse.
"Man kann eine Zeitung auch kaputtsparen", meint ein Journalist gemäss NZZaS. Der Auslandteil werde künftig von zwei Redaktoren gemacht. Bei der Berner Zeitung und beim Bund wurden seit 2001 mehrere Sparrunden durchgeführt. Hanspeter Spörri, Chefredaktor des Bundes, bezeichnet den Stellenabbau gegenüber der NZZaS als "sehr schmerzhaft". Der Bund habe bereits eigentliche Rosskuren hinter sich. "Wir haben einen publizistischen Auftrag zu erfüllen. Eine gute Zeitung zu machen, kostet Geld", so Spörri.
Laut NZZaS machen nun bereits Gerüchte die Runde, wonach dem "Berner Modell" die letzte Stunde schlage. Die Verlage der publizistisch eigenständigen Titel wurden 2004 zusammengelegt, um den schwer defizitären Bund zu retten. Nach dem neuen Inseraterückgang werden nun gemäss NZZaS Stimmen laut, dass Bern eben doch zu klein für zwei grosse Tageszeitungen sei und es klüger wäre, die Mittel auf ein Blatt zu konzentrieren.

