Die Kommunikations-Kommission (Comcom) schliesst die Akten über der Fusion von Orange und Sunrise. Der Entscheid der Wettbewerbskommission (Weko) hinterlässt bei Comcom-Präsident Marc Furrer jedoch einen schalen Nachgeschmack. "Das Ergebnis ist unbefriedigend", sagte Furrer auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Ein Telekommarkt mit zwei kleinen, "wenn möglich noch unmotivierten" Anbietern neben der grossen Swisscom bringe niemandem etwas.
Furrer kann den Entscheid aus wettbewerbsrechtlicher Sicht und mit Blick auf den Mobilfunkmarkt zwar nachvollziehen, dennoch hätte er lieber drei Vollanbieter in der Schweiz: Orange, Cablecom und die Swisscom. Als grosses Problem bezeichnete der Präsident der Telekom-Regulierungsbehörde die "lauwarme Haltung" von Orange im gesamten Prozess. Das Unternehmen habe keinerlei überzeugendes Interesse gezeigt, mit Swisscom in einen Wettbewerb treten zu wollen bei Leistungen und Preisen.
Er selbst habe Orange im Prozess stets klar gesagt, "dass sie gewisse Konzessionen und auch Versprechen punkto Preis, Mobilterminierung und Vertragsbedingungen für Cablecom machen müssen, um grünes Licht zu erhalten von der Weko". Orange habe aber verbindliche Auflagen nicht akzeptieren wollen "und machte auch keine konkreten Versprechungen beispielsweise punkto Preise". Der Weko waren vom Fernmeldegesetz her die Hände gebunden, erklärte Furrer weiter. Sie hätte keine Auflagen verfügen können. Somit schliesst die Comcom die Akten über der Sache - ausser die Mutterhäuser von Orange und Sunrise ziehen den Entscheid weiter. (sda)

