Ringier Schweiz wandelt sich laut dessen Chef Marc Walder "in horrendem Tempo vom Verlagshaus zum Multimedia-Unternehmen". Walder gab am Donnerstag einen Einblick in seinen Geschäftsbereich. Das traditionelle Kerngeschäft mit Zeitungen, Zeitschriften sowie deren Online- Auftritten wird laut Walder konsolidiert, die kommerziellen Internet-Aktivitäten werden stark forciert. Im Internet will Walder künftig mehr Geld verdienen. Dabei will er die Printprodukte vermehrt mit dem Web verknüpfen und diese auf Endgeräte wie den iPad bringen.
Walder gab an der Pressekonferenz bekannt, dass sich der Konzern eine Software-Lizenz von IT-Anbieter Neofonie gesichert habe, die eine einfache elektronische Erstellung von Anwendungen für alle Arten von Endgeräten ermöglicht. Mit "WeMagazine", so der Name der Software, sollen Printprodukte ideal für Geräte wie den iPad digitalisiert werden. Am Beispiel vom Magazin Cicero demonstrierte Walder die Möglichkeiten der Applikation.
Anders als bei den bisherigen E-Papers können die Inhalte mit Bildstrecken, Videos und Tonspuren hinterlegt und im Layout verändert werden. Links können überall, auch bei der Werbung, gesetzt werden. Die Benutzer navigieren wie bei den iApps durch überstreichen und klopfen mit den Fingern. Ein kurzes Verweilen an einer Stelle zeigt Buttons an, mit denen der Inhalt auf soziale Netzwerke übertragen werden kann.
Im Sommer sollen die Zeitschriften "Cicero" und "Schweizer Illustrierte" in einer E-Paper-Version erhältlich sein. Zwar hat Ringier zurzeit den iPad von Apple im Visier, der demnächst auf den Schweizer Markt in den Verkauf gelangt. Doch die E-Magazine lassen sich auch auf andere Tablet-PCs, ferner auch auf Laptops und Smartphones laden. Gegen eine Gebühr, wie Walder betonte.

