01.07.2009

Schweizer Presse

Weniger Werbeeinnahmen -- treue Leser

Hanspeter Lebrument stellt keine Qualitätseinbussen fest.

Der Medienmarkt konnte 2008 das Volumen von 14,9 Milliarden Franken trotz der Wirtschaftskrise halten. Dies geht aus der Studie Medienbudget des Verbandes Schweizer Presse hervor. Die Schweizer haben im letzten Jahr insgesamt 1,8 Milliarden Franken für Printerzeugnisse ausgegeben. Im Werbemarkt gingen die Einnahmen um 3,3 Prozent zurück. Gelitten haben dabei insbesondere die Tageszeitungen. Um 10,3 Prozent zulegen konnte dafür die Sonntagspresse. Insgesamt nahmen die Schweizer Zeitungen und Zeitungen im letzen Jahr 4,2 Milliarden Franken ein.

Die Studie des bezeichnet die Sonntagsblätter denn auch als "die Erfolgsstory" des Jahres 2008. Diese Zeitungen erreichten dank Neulancierungen innerhalb eines Jahres einen Abonnentenzuwachs von stolzen 68 Prozent. Alle anderen Puplikationen, also Tages-, Wochen-,Publikums- und Fachpresse mussten im letzten Jahr Abo-Verluste zwischen 1,4 und 4,3 Prozent hinnehmen. Dies geht aus der Studie hervor, die am Mittwoch in Zürich präsentiert wurde. Die Tagespresse beispielsweise musste im Jahr 2008 einen Abonnenten-Verlust von 1,9 Prozent hinnehmen. Per Ende Jahr hatten noch 1,7 Millionen Schweizer oder Firmen eine Tageszeitung abonniert. Das tägliche Lesen einer Kaufzeitung sei bei einem immer grösseren Anteil der Bevölkerung keine Gewohnheit mehr, hält die Studie fest.

Diese Zahlen zeigen eine noch relativ gute wirtschaftliche Situation, wie Verbandspräsident Hanspeter Lebrument am Mittwoch vor den Medien in Zürich erklärte. Weil die Wirtschaftskrise erst gegen Ende 2008 eingesetzt habe, sehe man das Ausmass der Verluste erst in den Zahlen 2009. Insgesamt könne man aber sagen, dass die zum Verband gehörenden Medien sich sehr gut aufgestellt hätten. Ausser bei ".ch" habe man bisher keine Zusammenbrüche erleben müssen, sagte Lebrument weiter. "Dort waren aber keine Schweizer Verleger am Werk."

Die Qualität der Tagespresse ist nach Ansicht Lebruments nach wie vor hoch. Trotz der Krise der letzten Monate habe er keine Qualitätseinbussen feststellen können. Die wirtschaftliche Lage zwinge viele Blätter zudem wieder dazu, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren. Regionalzeitungen beispielsweise würden sich wieder mehr auf ihre Region beschränken und gleichzeitig Ballast abwerfen. "Die Zeitungen sind zwar etwas dünner, aber inhaltlich wesentlicher geworden", sagte er. (sda)


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