05.07.2005

Schleichwerbung

Werbestopp bei ARD und ZDF gefordert

Privatsender machen mobil.

Die deutschen Privatsender fordern nach den jüngsten Vorfällen zur Schleichwerbung in der ARD ein Ende jeglicher Werbung in den der öffentlich-rechtlichen Sendern. RTL-Geschäftsführer Gerhard Zeiler sagte am Montag beim Medienforum NRW in Köln, er sei für eine faire Teilung -- Gebühren für die Öffentlich-Rechtlichen, Werbung für die Kommerziellen, wie die Netzeitung berichtet.

Auch Geschäftsführer Georg Kofler vom Abo-TV-Sender Premiere habe den völligen Rückzug von ARD und ZDF aus dem kommerziellem Bereich verlangt. Die Intendanten von ZDF, Markus Schächter, und WDR, Fritz Pleitgen, wiesen die Forderung zurück. Schleichwerbung und offene Werbung hätten nichts miteinander zu tun.

Die Privaten kritisieren auch, dass sich die öffentlich-rechtlichen Sender ständig auf kommerzielles Neuland wie zum Beispiel das Sponsoring im Hauptabendprogramm vorgearbeitet hätten. Bei den Öffentlich-Rechtlichen sind Werbespots nur bis 20 Uhr erlaubt. Danach können Firmen aber vor und in vielen Sendungen ihre Sponsorenrolle anpreisen.

Pleitgen sprach sich dafür aus, sich teilweise aus dem Sponsoring zurückzuziehen. ProSiebenSat.1-Vorstandsmitglied Hubertus Meyer-Burckhardt verlangte aber den kompletten Verzicht von ARD und ZDF auf die 70 Millionen Euro Sponsorengelder jährlich.

Er schlug vor, zum Ausgleich die Landesmedienanstalten zusammenzulegen und die Einsparungen fürs Programm zu nutzen. In einem zweiten Schritt müssten die Öffentlich-Rechtlichen ganz auf Werbung verzichten und dafür notfalls die Gebühren erhöhen, sagte Meyer-Burckhardt.


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