15.12.2008

SF

Werbeverbot im Internet umgangen

Bakom hat Verfahren eingeleitet.

Seit wenigen Tagen bietet das Schweizer Fernsehen zusammen mit anderen TV-Stationen auf seiner Website wieder das Online-Game Ski Challenge an ("persoenlich.com" berichtete). Dafür kassiert die SRG Werbegelder, denn die Rennfahrer flitzen auf der Abfahrtspiste an einer Vielzahl von Werbebanden vorbei.

Laut Gesetz ist es dem Schweizer Fernsehen verboten, im Internet mit Werbung Geld zu verdienen. Nur, wenn das Spiel nicht auf der eigenen, durch Gebühren finanzierten Website vermarktet wird, wäre der SRG Werbung und Sponsoring erlaubt. Dies sei hier klar nicht der Fall, schreibt Tagesanzeiger.ch/Newsnetz in einem Bericht.

Auch den Medienwächtern des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) ist die Kommerzialisierung der SF-Online-Spiele nicht entgangen: Sie haben gegen den Sender ein Aufsichtsverfahren eingeleitet, wie Michael Stämpfli vom Bakom gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnetz bestätigt. Dabei werde geprüft, ob diese Praxis mit dem Online-Werbeverbot der SRG kompatibel sei. "Wir haben dem Schweizer Fernsehen frühzeitig klargemacht, dass es seine Spiele nicht in diesem Masse kommerzialisieren darf. Man ist auf unsere Forderung nicht eingegangen", so Stämpfli weiter.

Bei SF heisst es, dass mit den Werbeeinnahmen bloss das Spiel refinanziert werde. "Wir verdienen kein Geld mit der Ski Challenge", sagt Mediensprecher David Affentranger auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnetz. Dem Schweizer Fernsehen sei es grundsätzlich erlaubt, auf seinen nicht-konzessionierten Produkten Werbung zu schalten.


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