18.05.2005

USA

Wettkampf um Wohlhabende Zuschauer

Quotenschwache Sitcom wird fortgesetzt.

Der US-amerikanische Fernsehsender NBC hat überraschend beschlossen die quotenschwache Serie "The Office" zu verlängern. Reiche Leute mögen "The Office", so die einfache Begründung für diese Entscheidung, berichtet das Wall Street Journal.

Werber zeigen seit geraumer Zeit ein verstärktes Interesse für wohlhabende Haushalte, die von den Fernsehsendern aber am schwierigsten zu erreichen sind. Neue Methoden der Reichweitenerhebung ermöglichen es Medienforschern wie Nielsen Media ihren Kunden nun differenzierte Messungen anzubieten.

Nielsen Media nutzt seit vergangenem Jahr eine Methode, die Statistiken über Haushalte mit einem Jahresverdienst von über 100.000 Dollar im Jahr erlaubt. Das Angebot ist aufgrund der starken Nachfrage von TV-Sendern und wegen des Booms im Bereich des Luxus-Marketing eingeführt worden, so ein Sprecher von Nielsen Media. Gleichzeitig liefern sich die vier größten US-amerikanischen TV-Sender, ABC, CBS, Fox News und NBC, ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Werberatings. Indem sie wohlhabende Zuseher nachweisen, versuchen sich die Sender voneinander abzuheben. Zusätzlich können für diese schwer zu erreichende, aber äusserst gefragte Gruppe, Extra-Gebühren von den Werbern verlangt werden.

Produzenten fragen sich, was reiche Leute gerne schauen. "Ändert die Kleidung, verlegt die Story an einen pompöseren Ort, fügt eine Figur mit adeligem Stammbaum hinzu", lautet das einfache Rezept von ABC-Unterhaltungschef Steve McPherson. Ein erfolgreiches Beispiel eine Serie so zu adaptieren, dass sie kaufkräftiges Publikum anzieht, ist das NBC-Drama "Law and Order". Produzenten und Drehbuchschreiber haben den Fokus von Strassenkriminellen auf Verbrecher innerhalb gehobener Klassen verschoben. Mit diesen können sich die Zuschauer besser identifizieren.


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