20.04.2026

Medien-Atelier Suisse

Wir-Eltern-Redaktion hofft weiter

Die Redaktion wendet sich erstmals öffentlich an ihre Leserschaft. Die Situation sei «von Unsicherheit geprägt». Die Abo-Verwaltung verschickt für alle drei Printtitel aus dem Verlag Medien-Atelier Suisse keine Rechnungen mehr.

Mit einer Mitteilung in eigener Sache auf wireltern.ch hat sich die Redaktion von Wir Eltern erstmals direkt an die Leserinnen und Leser gewandt. Der Text macht das Ausmass der Krise deutlich – auch aus Sicht der Betroffenen innerhalb der Redaktion.

«Die letzten Ausgaben unseres Magazins waren vollständig fertiggestellt – mit viel Engagement, Sorgfalt und viel Herzblut», heisst es darin. Umso schwerer wiege es, dass sie nicht gedruckt und ausgeliefert worden seien. Die Gründe lägen «ausserhalb unseres Einflussbereichs». Die Redaktion habe in den vergangenen Wochen selbst nur eingeschränkt Informationen erhalten und «zentrale Entwicklungen teilweise aus den Medien» erfahren – auch rund um den Aboservice (persoenlich.com berichtete).

Wie es weitergehe, könne man derzeit nicht sagen. «Was wir sagen können: Wir haben bis zuletzt daran geglaubt und dafür gekämpft, dass dieses Magazin weiterlebt – und hoffen es immer noch.»

Auch die Schweizer Mediendatenbank (SMD) hat reagiert. Wir Eltern wird dort nicht mehr angeliefert. Solange unklar sei, wie es mit dem Magazin weitergehe, könne man auch die älteren Inhalte nicht mehr anbieten, schrieb die SMD am Freitag.

Abo-Verwaltung: «Etwas ratlos»

Die Medien-Atelier Suisse AG von Verleger Fabio Schoch kämpft seit Wochen mit gravierenden Liquiditätsproblemen. Freie Mitarbeitende warten auf Honorare, die Löhne sind seit Februar nicht mehr ausbezahlt worden.

Die Krise betrifft nicht nur Wir Eltern. Das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» berichtete am Freitag über frustrierte Abonnentinnen und Abonnenten von «Einfach Kochen by Meta Hiltebrand», die trotz bezahltem Abo keine Hefte mehr erhalten. Dabei wurde bekannt, dass die Creative Media GmbH die Abonnementsverwaltung für die Medien-Atelier Suisse AG betreibt. Die Firma sagte gegenüber SRF, man sei «etwas ratlos», was man den Betroffenen an der Abo-Hotline sagen solle. Man bekomme kaum Informationen vom Verlag. Abos zurückerstatten dürfe der Abo-Dienst nicht, weil es nicht sein Geld sei – das könne nur der Verlag selbst.

Als Konsequenz hat die Creative Media GmbH den Rechnungsversand für alle drei Printtitel eingestellt: Einfach Kochen, Wir Eltern und Wohnrevue. Solange keine Zeitschriften ausgeliefert würden, verschicke man keine Rechnungen mehr.

Die Creative Media GmbH ist dabei keine unbeteiligte Drittfirma: Wie persoenlich.com im März berichtete, ist Mitgläubiger Markus Mehr über seine Media e Terra Holding an der Creative Media GmbH beteiligt – ebenso wie Schoch. Laut einem Handelsregistereintrag vom 10. März 2026 wurde Schoch jedoch als Geschäftsführer der Creative Media GmbH gestrichen. Seither ist Mehr alleiniger Geschäftsführer der Abo-Verwaltungsfirma.

Für die Abonnentinnen und Abonnenten bedeutet die Situation laut «Espresso»: abwarten und hoffen, dass die Rettungsaktion gelingt. Rückerstattungen für bereits bezahlte Abos gibt es derzeit nicht. Im Falle eines Konkurses wäre es unwahrscheinlich, dass sie ihr Geld zurückerhalten – die ausstehenden Löhne der Angestellten hätten konkursrechtlich Vorrang.


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