23.04.2020

SRF

«Wir halten auch am Jasstisch alle BAG-Richtlinien ein»

Das ist ein Novum: Diesen Sommer wird der «Donnschtig-Jass» an einem fixen Standort produziert und tourt nicht durch die Gemeinden. Dabei wäre schon vieles vorbereitet gewesen, sagt Reto Peritz. Der Bereichsleiter Show und Events mit Details zur alternativen Jass-Show.
SRF: «Wir halten auch am Jasstisch alle BAG-Richtlinien ein»
«Der ‹Donnschtig-Jass› lebt vom Sommerfeeling unter freiem Himmel», sagt Reto Peritz, Bereichsleiter Show und Events bei SRF. (Bild: SRF/Oscar Alessio)
von Christian Beck

Herr Peritz, der «Donnschtig-Jass» wird diesen Sommer nicht auf Dorfplätzen stattfinden (persoenlich.com berichtete). Warum haben Sie das Ganze nicht gleich ganz abgeblasen?
Wir arbeiten schon länger an diesem Plan B und sind auf die Situation entsprechend vorbereitet. Der «Donnschtig-Jass» gehört zu den beliebtesten SRF-Angeboten im Sommerprogramm und wir wollten dieses Angebot dringend aufrechterhalten. Die Sendung wird vom Publikum sehr geschätzt, so soll sie auch 2020 stattfinden können.

Wie viel vom Original-«Donnschtig-Jass» wird es noch geben? Jassen auch Gemeinden gegeneinander?
Die Gemeinden erhalten normalerweise als Siegerprämie die Austragung in der Woche darauf. Dies, verbunden mit einem Dorffest, ist der Hauptgrund, weshalb Ortschaften sich bei uns bewerben. Eine Teilnahme ohne diesen «Gewinn» macht auch finanziell für die Gemeinden keinen Sinn. Trotzdem gibt es auch im Sommer 2020 ganz viel «Donnschtig-Jass» für die Schweizer Jass-Fans: Prominente Gäste fehlen genau so wenig wie Showacts, Spiel und Spass. Rainer Maria Salzgeber, Sonia Kälin und Stefan Büsser werden durch die Sendungen führen. Auch «Samschtig-Jass»-Moderatorin Fabienne Bamert übernimmt einen Part in den Sendungen. Die Jass-Familie kommt also auch diesen Sommer auf SRF zusammen.

«Der ‹Donnschtig-Jass› ist mittendrin – und das geht nur live»

Das klingt irgendwie ein bisschen nach «Samschtig-Jass 2.0» …
Der «Donnschtig-Jass» ist vielfältiger, bietet einige Elemente mehr und ist eine Liveshow, in welcher mit dem Publikum am TV auch direkt in der Sendung interagiert werden kann. Zudem kann auf aktuelle Themen eingegangen werden.

Und deshalb machen Sie den «Donnschtig-Jass» als Liveshow? Sie könnten ja wie beim «Samschtig-Jass» eine Staffel vorproduzieren …
Der «Donnschtig-Jass» ist ein Live-Event, der auch Themen aus der Woche in der Moderation aufnimmt. Das Publikum zuhause ist aktiv involviert und kann mit Stefan Büsser kommunizieren. Was bewegt in diesem speziellen Sommer 2020 die Schweiz? Wie gehen wir alle mit dieser aussergewöhnlichen Situation in den Sommerferien um? Auch banalere Alltagsthemen wie das Wetter im Hochsommer bekommen in den Sommerferien eine Wichtigkeit. Der «Donnschtig-Jass» ist mittendrin – und das geht nur live.

Die Location für die Produktion steht noch nicht fest. Wie soll diese optimalerweise aussehen?
Die Location steht soweit fest, wurde aber noch nicht kommuniziert, weil die letzten Details noch in Abklärung sind. Wir suchten eine Umgebung in einem schönen und spannenden Setting, welche die Infrastruktur für eine solche Sendung bietet, zentral gelegen ist und uns volle Flexibilität lässt betreffend Publikum. Von keinem Publikum bis zu mehreren hundert Menschen soll alles möglich sein, damit wir auf die Richtlinien des BAG jederzeit reagieren können.

«Wir haben keinen Fernsehgarten wie das ZDF»

Warum produzieren Sie nicht einfach inhouse am Leutschenbach?
Der «Donnschtig-Jass» lebt vom Sommerfeeling unter freiem Himmel. Diese Open-Air-Stimmung ist bei uns im Studio leider nicht möglich. Wir haben keinen Fernsehgarten wie das ZDF.

Ob mit oder ohne Publikum ist noch nicht bekannt. Ohne Publikum dürfte es aber ziemlich öde werden …
Uns ist es wichtig, dass wir die Jass-Fans am TV begeistern können – wenn dies dann mit Publikum auch vor Ort ist, umso schöner. Das Sendekonzept ist aber so gestaltet, dass es auch ohne Publikum zu einem kurzweiligen Event wird.

Und Sie lassen unterdessen einen riesigen Jasstisch bauen, bei dem der 2-Meter-Abstand gewährleistet werden kann?
Lassen Sie sich überraschen. Wir halten auch am Jasstisch alle BAG-Richtlinien ein.

«Erste Drehs haben bereits stattgefunden»

Was gibt es sonst noch zu tun? Es scheint noch einiges unklar zu sein …
Die Vorbereitungen laufen wie gewohnt. Prominente und Showacts sind gebucht. Die Location haben wir auch, erste Drehs haben bereits stattgefunden. Wir haben schon länger an diesem Plan B gearbeitet und sind deshalb voll im Zeitplan.

Ich kann mir vorstellen, dass auch die Vorbereitungen für die Sommer-Tournee bereits weit fortgeschritten waren …
Die Dreharbeiten in den Gemeinden wären in diesen Wochen gestartet. Deshalb wollten wir auch jetzt betreffend Austragungsort entscheiden, damit nichts umsonst gedreht wird und sich die Gemeinden auf die neue Situation einstellen können. Auch sie haben bereits einiges an Vorarbeit geleistet.

Und nun verschwindet das Konzept ein Jahr in der Schublade und nächsten Sommer kommen diese Gemeinden dann zum Zug?
Selbstverständlich stehen wir mit den Gemeinden in Kontakt. Für den «Donnschtig-Jass» 2021 haben diese die Option, wieder dabei zu sein. Aber selbstverständlich ist es jeder Gemeinde überlassen, wie sie sich entscheiden möchte. 

«Die Krise bot auch Chancen für Neues»

Wie gut können Sie eigentlich selber jassen?
Mehr schlecht als recht. Deshalb macht mein Team die Sendung, die das wesentlich besser können als ich.

Sie als Bereichsleiter Show hatten durch die Coronakrise ohnehin alle Hände voll zu tun. Haben Sie etwas Vergleichbares jemals erlebt?
Nein, ich glaube wir alle haben so etwas noch nie erlebt. Die Sendungsplanung musste immer wieder angepasst werden. «Darf ich bitten?» und «Hello Again!» mussten in die zweite Jahreshälfte geschoben werden. Sendungen wurden unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen realisiert. Und die Krise bot auch Chancen für Neues: «Zäme dihei», «Gipfelstürmer Reloaded» wurden kurzfristig entwickelt und innert Wochenfrist auf den Sender gebracht, Spezialsendungen zu abgesagten Veranstaltungen wie «Basler Fasnacht» oder «Sechseläuten» konnten wir kreativ umsetzen. Die Liste unserer Angebote ist lang und ich will mich nicht beklagen – wir haben viel zu tun und das ist in der aktuellen Situation nicht selbstverständlich. Daneben bin ich in einem wichtigen strategischen SRF-Projekt zeitlich stark engagiert. Und das alles aus dem Homeoffice. Ein spezieller Dank gilt deshalb meinem Team, welches in den letzten Wochen sehr flexibel immer wieder attraktive SRF-Angebote aus dem Boden gestampft hat.



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