19.12.2008

Pietro Supino

"Wir leiden unter merklichen Ertragseinbussen"

Keine Ankündigung von Sparpakete in Verbindung mit Stellenabbau.

In der Tamedia-Hauszeitung "doppelpunkt" spricht Verwaltungsratspräsident Pietro Supino über die Aussichten seines Unternehmens für das kommende Jahr. "Bereits im laufenden Jahr leiden wir unter merklichen Ertragseinbussen. Vorsichtigerweise müssen wir damit rechnen, dass sich die Lage weiter verschlechtern kann." Tamedia sei aber in gutem Zustand, deshalb dürfe man das neue Jahr trotz allem mit Zuversicht angehen.

Supino erklärt, dass Tamedia keine allgemeinen Sparpakete in Verbindung mit einen grossen Stellenabbau verkünden werde. "Vielmehr ziehen wir es vor, jedes Geschäft für sich zu betrachten und es nach Möglichkeit weiterzuentwickeln: Wo dies Einsparungen erfordert, werden wir jeweils informieren, sobald eine seriöse Grundlage dafür gegeben ist."

Bezahlte Tageszeitungen werden überleben

Ein Projekt, das aufgrund der wirtschaftlichen Lage bereits angelaufen ist, ist die Prüfung von Kooperationen der Tageszeitung "Der Bund" mit dem "Tages-Anzeiger" oder der "Berner Zeitung". Alleine kann der "Bund" laut Tamedia nicht überleben. Vor diesem Hintergrund wird Supino in "doppelpunkt" gefragt, ob er glaube, dass die abonnierte Tageszeitung überhaupt eine Zukunft hat. "Davon bin ich überzeugt", antworter der VR-Präsident.

Laut Supino hat die Tagespresse zwar ihre Monopolstellung im Informationsbereich weitgehend eingebüsst. "Aber bezahlte Tageszeitungen bleiben wichtig und müssen im Wettbewerb unter den Zeitungen und Mediengattungen laufend den steigenden Ansprüchen genügen." Weil sich gleichzeitig die wirtschaftliche Basis für bezahlte Tageszeitungen verkleinere, werde es künftig wahrscheinlich weniger und dafür immer besser gemachte bezahlte Tageszeitungen geben.


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