09.06.2021

Serie zum Coronavirus

«Wir schenken uns eine Frischzellenkur»

Das Magazin «Schweizer LandLiebe» feiert das 10-Jahr-Jubiläum. Am Donnerstag erscheint es deshalb in einem neuen Layout. Chefredaktor André Frensch spricht in Folge 178 unserer Serie über Hühner, Homeoffice und Handarbeit.
Serie zum Coronavirus: «Wir schenken uns eine Frischzellenkur»
Die «Schweizer LandLiebe» ist mit 616'000 Leserinnen und Lesern nach dem Beobachter das meistgelesene Bezahlmagazin der Schweiz. Chefredaktor ist André Frensch. (Bilder: Sabine Wunderlin, Ringer Axel Springer)
von Matthias Ackeret

Herr Frensch, Ihr Magazin «Schweizer LandLiebe», das zweitmeistgelesene Bezahlmagazin der Schweiz, feiert sein 10-Jahr-Jubiläum. Wie begehen Sie diesen Geburtstag?
Vor allem freuen wir uns als Team und sind stolz darauf, was wir in den letzten zehn Jahren erreicht haben. Mit derartigen Leserzahlen hätten wir damals gar nicht gerechnet. Zur runden Feier schenken wir der LandLiebe nun eine optische Frischzellenkur. Ein sanftes Redesign mit etwas ruhigerer Typografie und wohldosiertem Weissraum macht das Layout entspannter und übersichtlicher. Am Donnerstag erscheint das Magazin zum ersten Mal im neuen Layout, und zwar als Sommerferien-Doppelausgabe. Im Laufe des Jahres wird der Printausgabe dann zudem ein komplett neuer Digitalauftritt zur Seite gestellt – wegweisend für die nächsten paar Jahre.

Wegen Corona hat das Landleben bei vielen Menschen an Attraktivität gewonnen. Nehmen Sie dies auch so wahr?
Absolut. Dieser Trend hin zum Ländlichen wird sich meiner Meinung nach sogar noch verstärken. Im Homeoffice ist vielen Menschen ihre schlummernde Sehnsucht nach der Natur und dem Landleben überhaupt erst bewusst geworden. Fernab der städtischen Hektik ist das Leben zwar nicht unbedingt weniger anstrengend, dafür aber entschleunigter, bewusster. Die Zuschriften und Gespräche mit den Leserinnen und Lesern zeigen uns, dass wir mit unserem Angebot dieses Empfinden abholen und eine wichtige Lücke füllen.

LandLiebe_Team


Wie schlägt sich diese «Stadtflucht» in Ihrer redaktionellen Tätigkeit nieder?
«Raus aus der hektischen Stadt, rein ins beschauliche Landleben»: Seit zehn Jahren ist das unser Motto. Wir sind für das erhöhte Interesse also bestens gerüstet. Unsere Themen haben sich wegen Corona aber nicht grundlegend geändert – unsere Community schätzt gerade auch eine gewisse Beständigkeit; das hören wir immer wieder. Man kann die Leute aber einfacher abholen. Man denke zum Beispiel nur schon an den Brotback-Hype während dem ersten Lockdown.

Welche Trends erkennen Sie momentan unter Ihrer Leserschaft?
Anleitungen für Handarbeit, das Basteln und sämtliche Sachen zum Selbermachen kommen aktuell besonders gut an. Zum Beispiel, wie man ein Gemüsebeet anlegt oder ein Marienkäferhotel baut. Genauso aber auch, wie man eine Sauerteigkultur ansetzt, allerlei alte und neue Rezepte zum Nachkochen, Kräuter suchen oder einfach eine schöne Wanderung unternehmen.

Ihre Redaktion befindet sich oberhalb von Herrliberg, direkt am Fusse des Pfannenstiels, und nicht in Zürich-Altstetten. Ergeben sich dadurch wirklich Vorteile?
Rund ums LandLiebe-Haus grasen Rinder und gackern Hühner. Wir präsentieren das Landleben nicht nur – wir leben es auch. In unserem Haus und Garten realisieren wir nicht zuletzt auch zahlreiche Fotoproduktionen. Unsere Redaktion arbeitet in einem authentischen Umfeld, und unsere Leserinnen und Leser können Kurse direkt bei uns im Redaktionshaus buchen. Seit Corona bieten wir zudem immer mehr auch Onlinekurse an, etwa für kunstvolles Lettering oder das Schnitzen von Holzkühen. Dieses Angebot kommt wahnsinnig gut an. So ermöglichen wir unserer Leserschaft, die weit entfernt von Herrliberg wohnt, ebenfalls Teil der LandLiebe-Community zu sein.

LandLiebe_LandhausHerrliberg


Arbeiten Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer noch im Homeoffice?

Aktuell noch, ja. Dank der Lockerungen können wir aber bald wieder vermehrt am Konferenztisch über Geschichten diskutieren, darauf freue ich mich enorm. All die kleinen, zwischenmenschlichen Sachen im Alltag haben mir in den letzten Monaten schon gefehlt.

Wie haben Sie selbst die Coronazeit erlebt?
Geschichten wurden verschoben, Kurse storniert, Shootings abgesagt. Gerade bei uns mit langen Vorlaufzeiten mussten wir oftmals erfinderisch sein, um die verschiedenen Jahreszeiten stimmig abzubilden. Aber wir sind froh, dass wir trotz Einschränkungen unseren Leserinnen und Lesern die gewohnte Qualität liefern können. Das Blattmachen an sich lief dank Technik beinahe wie in normalen Zeiten.

Was war für Sie das prägendste Erlebnis der letzten Monate?
Hier fällt mir kein einziges grosses Erlebnis ein, dafür unzählige Momente über Wochen und Monate hinweg, in denen unsere Redaktorinnen im Lockdown vom Homeoffice aus die anspruchsvollen Produktionen gemeistert haben. Das hat mich richtig beeindruckt. Ich bin stolz darauf, in einem Team mit so viel Herzblut zu arbeiten. Offenbar merken das auch unsere Leserinnen und Leser: Gerade im vergangenen Sommer haben die Verkäufe am Kiosk deutlich zugenommen.



Was bedeutet die Corona-Pandemie für die verschiedenen Akteure der Schweizer Medien- und Kommunikationsbranche? Bis auf Weiteres wird persoenlich.com regelmässig eine betroffene Person zu Wort kommen lassen. Die ganze Serie finden Sie hier.

 



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Kommentare

  • Erich Heini, 10.06.2021 15:53 Uhr
    Ich schätze es sehr, dass die Auffrischung der "Schweizer LandIiebe" mit Zurückhaltung erfolgt ist. Das Produkt zeichnet sich weiterhin durch eine sorgfältig gepflegte Sprache, durch hervorragende Illustrationen und durch eine exzellente Bildauswahl aus. Ich schätze ganz besonders, dass die "Schweizer Landliebe" regelmässig die Sprachgrenzen überschreitet und uns so vor Augen führt, dass die Schweiz viel mehr ist als die Deutschschweiz. Das wird sonst insbesondere auf dem Medienmarkt Zürich zu wenig berücksichtigt.
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