Die Zahl der getöteten Journalisten ist im vergangenen Jahr weltweit auf den niedrigsten Stand seit 18 Jahren gesunken. Gleichzeitig wurden aber deutlich mehr Medienvertreter inhaftiert, heisst es in einem Bericht des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ).
2002 wurden insgesamt 19 Reporter in Ausübung ihrer Arbeit getötet und damit 17 weniger als im Vorjahr, ist dem am Montag in New York veröffentlichten Bericht weiter zu entnehmen. Die Zahl der Todesopfer unter den Medienvertretern ist damit die niedrigste seit der erstmaligen Erhebung der Angiffe auf Journalisten im Jahr 1985. Ende 2002 befanden sich 136 Journalisten wegen ihrer Arbeit in Haft, ein Anstieg um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und um 68 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000. An der Spitze lag dabei China mit 39 Inhaftierungen von Journalisten.
Täter oftmals auf freiem Fuss
Gemäss dem Bericht wurden die meisten getöteten Journalisten nicht Opfer bewaffneter Konflikte, sondern wegen ihrer Recherchen zu heiklen Themen wie organisiertes Verbrechen, Korruption oder Regierungskriminalität ermordet. Dies sei insbesondere in Ländern wie Kolumbien, den Philippinen, Russland oder Pakistan der Fall. In den meisten Mordfällen seien die Täter nicht zur Verantwortung gezogen worden, sagte die CPJ- Vorsitzende Ann Cooper. Diese Straflosigkeit sei eine "Bedrohung für die Pressefreiheit weltweit".
Cooper macht für den Rückgang der Todesfälle die Eindämmung von Konflikten wie in Afghanistan, Sri Lanka oder Angola verantwortlich. Allein in Afghanistan wurden 2001 acht Journalisten getötet. Eine Ausnahme bildet das Westjordanland, wo vergangenes Jahr drei Reporter von israelischen Soldaten getötet wurden.
Fall Pearl

