Herr Gut, Was hat die Verleger der drei Zürcher Land-Zeitungen zu diesem Schritt bewogen?
Für die Vereinheitlichung sprachen folgende Gründe: Erstens vertraten alle drei Titel die Auffassung, die Zeitung könnten eine gestalterische Auffrischung vertragen. Zweitens sind alle drei Titel im Züriland-Inseratekombi dabei. Wir haben das grösste Interesse, dass wir im nationalen Inseratemarkt als Einheit erkannt werden. Und drittens vereinfacht die Vereinheitlichung den Austausch der Texte. Ist das Layout unserer Zeitungen dasselbe, können die Inhalte viel einfacher titelübergreifend verwendet werden.
Was hat die Vereinheitlichung mit der Beteiligung der NZZ an den drei Titeln zu tun?
Der Entscheid fiel, bevor die NZZ bei unseren Zeitungen eingestiegen ist. Natürlich haben wir die Sache mit unserem neuen Minderheitsaktionär angeschaut, so, wie wir es mit jedem Teilhaber getan hätten. Die NZZ hat uns bei der Umsetzung keine Steine in den Weg gelegt.
Ist der gemeinsame Auftritt eine Antwort auf die Einführung des Regionalsplits des Tages-Anzeigers?
Nein, da gibt es keinen direkten Zusammenhang. Auch hier gilt: Der Entscheid fiel, bevor Tamedia sich definitiv für die Herausgabe des Regionalsplits am linken Zürichseeufer entschieden hat.
Dennoch: Die Auffrischung kommt gerade zum richtigen Zeitpunkt...
Natürlich kommt uns der Zeitpunkt gerade am linken Zürichseeufer gelegen. Es ist für uns von Vorteil, dass wir mit dem neuen Erscheinungsbild auf uns aufmerksam machen können. Indem wir neue Zeitungsdruckmaschinen in Betrieb nehmen, erhalten wir die Möglichkeit, ein voll vierfarbiges, neues Layout zu produzieren.
Spüren Sie im Anzeigen- und Lesermarkt den Druck des Regionalsplits des Tages-Anzeigers denn schon?
Nein, überhaupt nicht, weder bemerken wir beim Anzeigeneingang noch bei den Verkäufen eine negative Entwicklung. Zudem wussten wir ja auch, dass die Einführung des Splits langfristig angelegt ist. Die Auseinandersetzung mit Tamedia wird deshalb wohl Jahre dauern.

