12.02.2004

Neue Zürcher Jugendfrequenz

Zürcher Regierungsrat favorisiert DJ Radio

Enttäuschung über "nicht erfüllten Bildungsauftrag".

In der Konzessionsvergabe für ein neues Zürcher Jugendradio hat der Gesuchsteller DJ Radio einen grossen Schritt nach vorne gemacht. Der Zürcher Regierungsrat hat DJ Radio in seiner Stellungnahme ans Bakom favorisiert. Nebst DJ Radio unterstützt der Regierungsrat auch das Projekt Music First. Der Regierungsrat bedauert, dass von den fünf eingegangenen Konzessionsgesuchen nach seiner Einschätzung "keines den Bildungsauftrag wirklich zufriedenstellend zu erfüllen vermöge", wie es in der Stellungnahme heisst.

Wichtige Kriterien bei der Beurteilung der Konzessionsgesuche bildeten für den Regierungsrat nach eigenen Angaben eine gesicherte Finanzierung des Betriebs während der zehnjährigen Konzessionsdauer und die dauerhafte Sicherstellung der Jugendnähe des Programms. Zudem wurden der geschätzte Anteil der Werbeeinnahmen bei der Programmfinanzierung, das Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten für Medienschaffende sowie die Wahrnehmung des Bildungsauftrags berücksichtigt.

Von den fünf Gesuchstellern Radio Max, DJ Radio, Radio 3fach, Groove FM und Music First habe "niemand ein differenziertes Konzept zur Erfüllung des Bildungsauftrages vorlegen können", so der Regierungsrat. Es erstaune, dass die Bewerberinnen und Bewerber keine Bezüge zu Deutschland machten, das nach wie vor "mit seiner Radiokultur besteche" und über eine "vielfältige Jugendradiolandschaft" verfüge. Auch die Internetpräsenz sei in den Gesuchen "kein Thema".

DJ Radio, das von Egon Blatter schon als Internetradio betrieben wird, hat dem Zürcher Regierungsrat deshalb gefallen, weil die Erfahrungen mit dem Internetradio und die Einbindung von angehenden Medienschaffenden der Zürcher Hochschule Winterthur "eine interessante Ausgangslage" bieten würden. Im Hinblick auf die Ausbildung von Medienschaffenden werde bei DJ Radio dem Bildungsauftrag Rechnung getragen. Darüberhinaus scheine das von DJ Radio vorgeschlagene Programm "genügend Potential" zu bieten, um die geforderten Höreranteile zu erreichen, wie der Regierungsrat weiter schreibt. Dies sei die Voraussetzung für eine interessante Werbeplattform, welche ein Radio denn auch finanziere.


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