Nach fast 1000 veröffentlichten Titeln und bald 29-jährigem Bestehen muss der Zürcher Ammann Verlag im nächsten Sommer die Segel streichen. Wie das von den Verlegern Egon Ammann und Marie-Luise Flammersfeld gegründete Unternehmen am Montag auf der eigenen Homepage bekannt gab, wird der Betrieb des Literaturhauses zum 30. Juni 2010 eingestellt.
Der Ammann Verlag sorgte 1981 gleich mit seiner ersten Veröffentlichung, dem Erzählband "Die Tessinerin" von Thomas Hürlimann, für Aufsehen. In der Folge wurden etliche Werke bekannter Schweizer Autoren wie Thomas Hürlimann, Hansjörg Schneider und Ruth Schweikert, aber auch von internationalen Schriftstellern wie Wole Soyinka, Ismail Kadare, Ralph Ellison oder Zora Neale Hurston publiziert. Viel Beachtung fanden unter anderem die von Egon Ammann angeregten Dostojewski-Neuübersetzungen. Wirtschaftlich war wohl Éric-Emmanuel Schmitts Bestseller "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" das bedeutendste Buch in der Geschichte des Verlags.

