18.11.2005

NZZ

Zuviel "Service poubelle" auf SF DRS

Abfallreife Formate im Unterhaltungsbereich.

Das Bekenntnis zur Qualität gehört zur Kernbotschaft der medienpolitischen Selbstdeklarationen des Service public. Doch löst SF DRS dieses Versprechen im Fernsehalltag auch ein? "Mit Blick auf gewisse Programmentwicklungen im Unterhaltungsbereich von SF DRS muss man diese Frage verneinen" befindet Rainer Stadler in seiner NZZ-Kolumne vom vergangenen Freitag. Dies belegt er anhand der Sendungen "Music Star", "Black 'n' Blond", "Deal oder No Deal" sowie "Traumjob". Könne man bei "Music Star" noch sagen, 'Nützt's nichts, so schadet's nichts", sei mit den drei andern Shows ein Tiefpunkt erreicht worden.

Stadler wundert sich, wie selbstverständlich es auch im öffentlichen Rundfunk geworden ist, mit einem Minimum an Inhalt möglichst viele Sendeminuten zu füllen, billigste Klischees zu reproduzieren, blosse Geldgier, Schadenfreude und Voyerismus zu bedienen und auf zynische Weise "kleine Leute" blosszustellen. Die Protagonisten von "Black 'n' Blond" hätten sich erfolgreich gegen Kritiker immunisiert: "Einwände bieten höchstens den Anlass für ein weiteres flachsinniges Witzchen." Insgesamt stellt Stadler fest: Der Service public verkehrt sich zusehends in einen "Service poubelle".


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