17.11.2005

Handy-TV

Zwei Studien -- zwei Meinungen

Akzeptanz in Deutschland ungewiss.

In Bezug auf die geplante Einführung von Handy-TV 2007 lässt sich nicht sagen, ob seine Etablierung in Deutschland Schwierigkeiten bereiten wird oder ob die Deutschen schon jetzt nicht mehr abwarten können, endlich mobil fernzusehen.

Pessimistische Prognosen kommen von der aktuellen Mobinet-Studie, die von Top-Managementberatung A.T. Kearney gemeinsam mit der Cambridge University durchgeführt wurde. Danach sind derzeit nur elf Prozent der Westeuropäer und sieben Prozent der Nordamerikaner bereit, für Handy-TV auch zu bezahlen.

"Was eine grosse Rolle spielen wird, ist das Preisangebot, das die Anbieter für Hardware und Nutzung machen werden. Ist der Preis niedrig genug, kann man Mobile TV zweifelsohne pushen", so Sören Grabowski im pressetext-Gespräch.

Goldmedia-Studie kommt zu anderem Ergebnis

"Definitiv wird sich mobiles Fernsehen durchsetzen", sagte dagegen Andreas Klein, Analyst bei Goldmedia zu pressetext. Es gäbe mehrere Studien zu diesem Thema, die sich widersprächen. Die Studie von Goldmedia habe allerdings den Vorteil, Pilotprojekte miteinbezogen zu haben, was den Zugang der Befragten zu mobilem Fernsehen stark erleichtert habe.

"Ich war am Anfang auch gegen mobiles Fernsehen, doch nur so lange, bis ich gesehen habe, wie es funktioniert. So geht es vielen", erklärte Klein die unterschiedlichen Studien-Ergebnisse.

Die unabhängige Goldmedia-Studie berechnet eine hohe und breite Akzeptanz für Handy-TV. Danach äusserten sich bis zu 80 Prozent der Befragten positiv zu Mobile TV-Angeboten. Die durchschnittliche Zahlungsbereitschaft wurde zwischen fünf und 12.50 Euro pro Monat angegeben. Das sieht die Mobinet-Studie anders. Die Zahlungsbereitschaft in Deutschland und Westeuropa sei im weltweiten Vergleich sehr gering, was angesichts der vielfältigen Free TV-Landschaft in Deutschland auch nicht weiter verwundere.


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