28.08.2024

Verlag EMH

Ärztezeitung wird zum PR-Organ

Die Ärztevereinigung FMH untersagt dem Verlag die Herausgabe weiterer Ausgaben. 35 Jobs gehen verloren.

Die Schweizerische Ärztezeitung wird nach über 100 Jahren eingestellt. Die Ärztevereinigung FMH verbietet dem eigenen Verlag EMH, weitere Ausgaben herauszugeben, wie die NZZ am Mittwoch berichtete. 35 Mitarbeiter verlieren demnach ihre Jobs.

Der EMH-Verwaltungsratspräsident Ludwig Heuss kritisiert gegenüber der NZZ das Vorgehen als unverantwortlich und sieht die Unabhängigkeit der Publikation gefährdet. Schon zuvor wandte er sich in einem YouTube-Video an die Öffentlichkeit (persoenlich.com berichtete).

Die FMH begründet den Schritt mit finanziellen Schwierigkeiten des Verlags. Künftig will sie die Schweizerische Ärztezeitung als reines Verbandsorgan ohne journalistische Beiträge weiterführen. Als Übergangslösung soll alle zwei Wochen eine digitale Ärztezeitung auf der FMH-Website erscheinen, produziert vom Kommunikationsteam des Verbands.

Kritiker befürchten den Verlust einer wichtigen Plattform für offene Debatten in der Ärzteschaft. Statt kritischem Journalismus drohe ein «Propagandablättli». Der Verlag behalte sich rechtliche Schritte vor, so Heuss zur NZZ. (cbe)


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