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Causa Fischer: Der kontrollierte Befreiungsschlag

Patrick Fischer hat gesprochen. Der ehemalige Eishockey-Nationaltrainer, im April nach der SRF-Enthüllung über ein gefälschtes Covid-Zertifikat freigestellt, hat sich öffentlich geäussert – auf seinem eigenen YouTube-Kanal, produziert von einer befreundeten Produktionsfirma. Verleger Matthias Ackeret sieht ihn nach diesem Interview als moralischen Sieger. Ich nicht.

Fischer hat sich nicht der Öffentlichkeit gestellt. Er hat die Öffentlichkeit inszeniert. Kein unabhängiges Medium, sondern ein eigener Kanal. Interviewer Peter Röthlisberger mag grosse Freiheiten gehabt haben. Aber den Rahmen hat Fischer gesetzt. Dabei hätte es Alternativen gegeben. MySports etwa – spezialisiert auf Eishockey, unabhängig von SRF, mit einem Publikum, das die Materie kennt. Fischer reagiert stattdessen wie ein unbeholfener Grosskonzern in der Krise: kontrolliertes Format, kein Risiko.

Und was gesteht Fischer ein? Dass er zu vertrauensselig war. Dass er sich verplappert hat. Die Covid-Klausel des Verbands fand er störend – dabei war sie nichts anderes als die logische Konsequenz seiner eigenen Haltung zur Impfung. Wer einen Vertrag unterschreibt, den er nicht erfüllen kann oder will, und sich dann mit einem gefälschten Zertifikat behilft, hat nicht nur das Gesetz gebrochen – er hat seinen Arbeitgeber getäuscht.

Fischer gesteht Fehler ein – aber stets mit Nachsatz. Das Zertifikat sei ein Fehler gewesen. Aber für seinen Körper habe er Verantwortung getragen. Die Quarantäne wäre theoretisch möglich gewesen. Aber realistisch nicht. Das Muster zieht sich durchs ganze Interview: Eingeständnis, sofortige Relativierung. Schuld trägt am Ende immer irgendwie jemand anderes.

Dazu kommt die Frage der E-Mail: Im Interview werden zwei Sätze von SRF-Journalist Pascal Schmitz verlesen – und daraus wird eine ganze Geschichte konstruiert. Warum wurde die E-Mail nicht vollständig eingeblendet? SRF hat auf Anfrage klargestellt, dass Schmitz lediglich auf eine nachträgliche Forderung des Verbands Bezug genommen habe – eine vorgängige Off-the-Record-Vereinbarung sei damit nicht bestätigt worden. Zwei Sätze erzählen eben nicht immer die ganze Geschichte.

Die SRF-Recherche war legitim. Eine rechtskräftig verurteilte Person in öffentlicher Funktion – das muss man bringen. Fischer ist kein Opfer. Er ist jemand, der einen Fehler gemacht, die Konsequenzen getragen – und die Lehren daraus noch nicht gezogen hat.



Christian Beck ist Redaktionsleiter von persoenlich.com.

 

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KOMMENTARE

Nicole Bertsch
10.06.2026 14:45 Uhr
Genau so! Feige, uneinsichtig und weiterhin verlogen. Fischer zeigt nicht mal jetzt ein Einsehen!
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