22.10.2019

Sunrise kauft UPC

GV in letzter Minute abgeblasen

Erfolg für Freenet: Die ausserordentliche Generalversammlung vom Mittwoch findet nicht statt.
Sunrise kauft UPC: GV in letzter Minute abgeblasen
In letzter Minute hat die Nummer 2 im Schweizer Telekommarkt die für Mittwoch anberaumte ausserordentliche Generalversammlung abgesagt. (Bild: Sunrise)

Der Widerstand grosser Aktionäre gegen den Kauf von UPC durch Sunrise hat Erfolg: Sunrise hat die für Mittwoch angesetzte ausserordentliche Generalversammlung in letzter Minute abgesagt. Grund sei, dass eine deutliche Mehrheit der Aktionäre, die sich für die GV registriert hätten, die Kapitalerhöhung zur Finanzierung des 6,3-Milliarden-Kaufs nicht unterstütze, schrieb Sunrise am Dienstag. Mit der Zustimmung von UPC-Verkäuferin Liberty Global habe man das ausserordentliche Aktionärstreffen annulliert. «Der Aktienkaufvertrag (Share Purchase Agreement) hat ein ‹Long-Stop›-Datum per 27. Februar 2020 und bleibt in Kraft, bis eine Partei ihn kündigt», hiess es weiter.

Wortführerin des Widerstands war die deutsche Grossaktionärin Freenet, die 24,5 Prozent an Sunrise besitzt. Freenet-Chef Christoph Vilanek kritisierte den Kaufpreis und die dazu nötige Kapitalerhöhung von 2,8 Milliarden Franken als zu hoch. Auch die Struktur des Deals sei nachteilig für die Sunrise-Aktionäre. Zudem sieht er den strategischen Sinn der Übernahme nicht mehr. Wegen der neuen Mobilfunkgeneration 5G lohne sich der Kauf des UPC-Kabelnetzes für so viel Geld nicht. Dafür 6,3 Milliarden Franken auszugeben, sei «Irrsinn». Ins selbe Horn stiess der aktivistische Aktionär Active Ownership Capital (AOC). Unerwartet war, dass sich der einflussreiche Stimmrechtsberater ISS dem Nein-Lager anschloss.

Verwaltungsratspräsident Peter Kurer erklärte: «Wir bedauern die Annullation der GV. Wir haben viel Zeit in die Gespräche mit unseren Aktionären investiert und sind weiterhin von den strategischen und finanziellen Gründen der Übernahme überzeugt.»

UPC hält am Turnaroundplan fest

Nach der gescheiterten Übernahme durch Sunrise macht die Kabelnetzbetreiberin UPC weiter wie bisher. Man halte am Turnaroundplan fest und werde diesen weiterhin umsetzen, erklärte eine UPC-Sprecherin am Dienstag auf Anfrage. Da habe UPC Fortschritte gemacht. Für weitere Auskünfte verwies sie an Verkäuferin Liberty Global. (sda/awp/cbe)



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