15.07.2020

Digitaltage

«Unsere Zukunft ist hybrid»

Die Digitaltage im November finden neu über drei Tage statt. Doch der grösste Teil ist online. Die Gesamtverantwortliche Diana Engetschwiler über die coronabedingten Änderungen.
Digitaltage: «Unsere Zukunft ist hybrid»
«Dieses Jahr liegt der Fokus klar auf Diversität, digitalen Kompetenzen, der Zukunft der Schweiz und einer proaktiven Teilnahme», sagt Engetschwiler über den Digitaltag 2020. (Bild: zVg.)
von Matthias Ackeret

Frau Engetschwiler, erstmals erstreckt sich Ihre Veranstaltung über mehrere Tage. Was ist die Idee dahinter?
In den vergangenen drei Jahren fand der Digitaltag jeweils nur an einem Wochentag statt. Wenn es darum geht, die gesamte Bevölkerung zu erreichen, ist dies allerdings nicht optimal. Mit der diesjährigen Ausgabe kommen wir erstmals dem Wunsch der Bevölkerung nach und bieten unser Programm schweizweit auch an einem Wochenendtag an. So können auch Schüler, Studenten und Berufstätige teilnehmen. Alle sollen die Möglichkeit haben, sich mit dem digitalen Wandel auseinanderzusetzen. Deshalb führen wir neu vom 1. bis 3. November die Schweizer Digitaltage durch. An diesen drei Tagen hat die Bevölkerung zu unterschiedlichen Zeiten Gelegenheit, in analoger oder virtueller Form teilzunehmen.

Inwiefern beeinträchtigt die ganze Krise Ihre Angebote?
Natürlich passen wir alle unsere physischen Veranstaltungen der Situation an. Deshalb verzichten wir dieses Jahr auf eine Grossveranstaltung im HB Zürich und laden zu kleineren Anlässen, wie unserem beliebten Dialog-Format «tell». Die Bevölkerung kann sich hierbei zu aktuellen Themen äussern, informieren und diskutieren.

Konkret?
Jede Krise birgt auch Chancen, sagt man so schön. Die wohl grösste Veranstaltung der Schweiz führen wir nun auch online durch – eine neue Erfahrung für uns und die Schweiz. Wir glauben, dass unsere Zukunft hybrid sein wird, und deshalb wollen wir jetzt den Grundstein dafür legen. In den letzten Wochen haben wir viel gelernt und wir sind überzeugt, dass sich die Schweiz in dieser Zukunft nachhaltig etablieren kann. Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass wir den Digitaltag 2017 ins Leben gerufen haben und inzwischen mehr als vier Länder in Europa in unsere Fussstapfen getreten sind und es uns gleichtun.

Sie bieten Ihre Programmteile sowohl physisch wie auch digital an. Wo setzen Sie dieses Jahr die Schwerpunkte?
Dieses Jahr liegt der Fokus klar auf Diversität, digitalen Kompetenzen, der Zukunft der Schweiz und einer proaktiven Teilnahme. Schwerpunkt ist die Frage, wie die Zukunft der Schweiz nachhaltig gestaltet werden kann. Dabei soll nicht nur die ökologische Komponente, sondern auch Bildung, Politik, Wirtschaft, Gesundheit, und Sicherheit berücksichtigt werden. Hier stellt sich auch die Frage, wie es nach der Covid-Krise weitergehen soll.

Die Digitalisierung hat sich während der Coronakrise weiter beschleunigt. In welchen Bereichen sind die stärksten Auswirkungen?
Eine hoffentlich wichtige Erkenntnis für viele Unternehmen wird sein, dass man für Sitzungen nicht immer in ein Flugzeug steigen muss. Ich hoffe auch, dass die Unternehmen das Vertrauen in ihre Mitarbeiter stärken. Sie brauchen keine Anwesenheitskontrolle, um produktiv zu sein, und jeder Angestellte sollte die Arbeitszeit an die individuellen Bedürfnisse anpassen können. Mir ist bewusst, dass dies nicht in allen Tätigkeitsbereichen möglich ist.

Am Digitaltag sind jeweils die wichtigsten Schweizer Firmen präsent. Ist dies dieses Jahr auch der Fall oder gab es wegen der wirtschaftlichen Situation Absagen?
Während der Lockdown-Phase hatten wir Bedenken und mussten in unterschiedlichen Szenarien planen. Das Team reagierte äusserst flexibel und agil auf die Situation. In nur wenigen Wochen stellten wir das gesamte Konzept auf den Kopf. Das neue Online- und Offline-Format ist auf grosses Interesse gestossen. Mit 23 Austragungsorten haben wir fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr im Angebot. Zudem setzen wir auf eine Online-Plattform mit einem abwechslungsreichen Programm. Unternehmen, KMU, Start-ups, Kunstschaffende, Schulen und viele mehr sind an einer Teilnahme an den Schweizer Digitaltagen interessiert. Tatsächlich weit mehr als im letzten Jahr.

Welche Bundesräte nehmen dieses Jahr teil?
Neben der Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga konnten wir zwei Bundesräte gewinnen, die ihre Agenda für die Schweizer Digitaltage bereits blockiert haben.

 



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