Die gescheiterte Image-Kampagne ist nicht nur in Schaffhausen ein Thema. Ein grosser Teil der Schweizer Werbebranche diskutiert darüber, besonders oder spätestens nach dem prägnanten Kommentar auf persoenlich.com/blog von Evoq-Geschäftsleiter Adrian Schaffner. Darüber hinaus hatten weitere Medien, etwa 20min.ch, unter dem Titel «Werber sind sauer auf Schaffhausen» darüber berichtet.
Beim Leading Swiss Agencies, dem Verband der grossen Kommunikationsagenturen der Schweiz, beobachten die Verantwortlichen diese Entwicklung mit Sorge. «Leider melden uns immer mehr Agenturen, dass sie zu Pitches eingeladen werden, die schliesslich im Sand verlaufen», so Geschäftsführerin Catherine Purgly am Montag auf Anfrage von persoenlich.com. Der Zeit- und Kostenaufwand sei beträchtlich. «Unsere Mitgliedsagenturen überlegen sich immer öfters, ob sie an aufwändigen Ausschreibungen überhaupt noch teilnehmen wollen. Rein ökonomisch sind solche Ausschreibungen im Ausmass von Schaffhausen absoluter Unsinn», so Purgly weiter.
Verschiedene Möglichkeiten der Agentur-Auswahl
Der Schaffhauser Regierungsrat hatte eine Ausschreibung durchführen lassen, die mehrere Agenturen verärgert hat: 200 Agenturen wurden angefragt, 57 reichten Ideen ein, drei durften am Ende präsentieren und eine arbeitete ein Konzept aus, dss dann aber vom Kantonsrat abgelehnt wurde (persoenlich.com berichtete). «Das ist Ressourcenvernichtung im grossen Stil: viel Geld und kreative Ideen gehen einfach so verloren», schrieb Adrian Schaffner in seinem Kommentar.
Damit das nicht passiert, bietet der LSA Orientierungshilfen für Auftraggeber. In einem Leitfaden empfielt er anstelle von aufwändigen Pitch-Verfahren wie im Fall Schaffhausen, Agenturen mittels «Chemistry Meetings», an denen sich Kunden und Agenturen auf Augenhöhe begegnen und kennenlernen können, auszuwählen. «Dabei betonen wir, dass es auch für Betriebe, die den Regeln der öffentlichen Auftragsvergabe unterstellt sind, verschiedene Möglichkeiten gibt, die passende Agentur effizient zu evaluieren. «Der LSA unternimmt aktiv Anstrengungen und berät diese Betriebe gerne», so Purgly.

Der Verband setze sich für faire, effiziente und in jedem Fall zielführende Wettbewerbsausschreibungen ein. Dabei unterscheide er nicht zwischen öffentlich-rechtlichen Ausschreibungen und denjenigen von Unternehmen in der Privatwirtschaft.
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12.03.2019 10:05 Uhr

