13.01.2022

Mediengesetz

Courage Civil lanciert Ja-Kampagne

Die Bewegung, die gegen die No-Billag-Initiative kämpfte, setzt sich nun für das Mediengesetz ein. In der Kampagne werden Pluspunkte gezeigt, die für ein Ja zur Vorlage sprechen.

Die Bewegung Courage Civil, die vor vier Jahren aus dem Kampf gegen «No Billag» entstand, positioniert sich zum Mediengesetz. Mit ihrer eigenständigen Kampagne fokussiert sie auf Aspekte, die bislang kaum diskutiert wurden: die Stärkung der Aus- und Weiterbildung im Nachrichtenjournalismus und die Stärkung des Presserats. «Diese Massnahmen sind wirkungsvoll und wichtig, die Kosten mit maximal 28 Millionen Franken pro Jahr bescheiden», wird Vorstandsmitglied Anaël Jambers in einer Mitteilung vom Donnerstag zitiert.

Aus der Sicht von Courage Civil ist es richtig, dass Vereine und Stiftungen ihre Magazine künftig zu reduzierten Posttaxen verschicken können. Davon profitieren mehrere hundert Organisationen, von der Rega bis zum WWF. «Sie alle leisten einen Beitrag zum Kitt unserer Gesellschaft», so Jambers weiter.

Dass im Sog des Onlinemagazins Republik neue Onlinemedien entstehen würden, sei positiv und stärke die Medienvielfalt. Die «Anschubfinanzierung» sei mit 30 Millionen Franken pro Jahr moderat und direkt gekoppelt an den eigenen Erfolg beim Publikum. Courage Civil macht in der Mitteilung einen Vergleich: «Die Bauern erhalten seit einer halben Ewigkeit jährlich 2,8 Milliarden Franken, früher waren es 3,5 bis 4 Milliarden – und niemand spricht von Staatsbauern.»

Die direkte Unterstützung der neuen Onlinemedien ist auf sieben Jahre limitiert.

Am 13. Februar geht es um die mediale Grundversorgung

Das Mediengesetz umfasst neun verschiedene Teile. Aus der Sicht von Courage Civil sind nicht alle befriedigend, in der Summe würden die soliden Teile aber klar überwiegen. Ein Ja gebe den Lokal- und Regionalzeitungen sieben Jahre lang Zeit, ihre Geschäftsmodelle anzupassen. Die neuen Onlinemedien hätten wiederum die Chance, sich in dieser Zeitspanne zu etablieren. Courage Civil setzt darauf, dass Tech-Giganten wie Google oder Facebook bald überall eine Digitalsteuer entrichten müssen, mit der neue Onlinemedien gefördert werden können.

Bei der Abstimmung am 13. Februar geht es laut Mitteilung auch darum, kleine unabhängige Medienhäuser zu stärken, die Zeitungen herausgeben wie das Bieler Tagblatt, die Neue Fricktaler Zeitung, den Rheintaler, die Engadiner Post, den Corriere del Ticino, den Walliser Boten, die Freiburger Nachrichten oder das Journal Du Jura. Genau diese Medien würden die mediale Grundversorgung in der Schweiz liefern – «unspektakulär und nahe bei den Menschen».

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Die Bewegung Courage Civil fährt ihre Kampagne online und offline. Geschäftsführer Mark Balsiger verrät auf Anfrage, was offline geschieht: «Wir bedienen primär unsere Mitglieder, Gönnerinnen und Sympathisanten. Insgesamt können wir auf rund 20'000 Adressen zurückgreifen. Der Löwenanteil stammt aus der No-Billag-Phase und der Rettungsaktion zugunsten der Berner Tageszeitung Der Bund. Diese Menschen sind sehr interessiert an gesellschaftlichen Themen, unsere Kampagne ist auf sie zugeschnitten.» Wie die Kampagne digital umgesetzt wird, werde in den nächsten Tagen entschieden – «je nach Angebot».

Der kreative «Mastermind» der Kampagne ist Steven Götz. «Wenn alle anderen erschöpft aufgeben, hängt er nochmals eine Zusatzschlaufe an, und das sieht man seinen Arbeiten an», so Balsiger zu persoenlich.com. «Unser Glück, dass Steven zum Kernteam von Courage Civil gehört.»

Diese Kampagne wird finanziert durch Spenden und Mitgliederbeiträge. (pd/cbe)



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