12.01.2021

SWA / LSA

Werbeauftraggeber investieren mehr in Digital

Laut der Umfrage «Branchenindikator 2021» wollen rund die Hälfte der Befragten weniger Geld ins Offline oder in klassische Medien stecken.

Die Verbände Leading Swiss Agencies (LSA) und der Schweizer Werbe-Auftraggeberverband (SWA) haben die wichtigsten Indikatoren der Kommunikationsbranche untersucht. Zu diesem Zweck wurden 158 namhafte Werbeauftraggeber zwischen Oktober und anfangs November 2020 zu ihren Einschätzungen und Aussichten im Schweizer Werbemarkt befragt, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung von SWA und LSA heisst.

Zuerst ein Blick zurück

Vor dem Ausblick auf 2021 wollten die beiden Verbände von den Werbeauftraggebern wissen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr auf ihre Kommunikation hatte. Die Antworten zeigen, dass bereits verabschiedene Budgets um durchschnittlich 11 Prozent reduziert, die Investitionen in Agenturleistungen um 15 Prozent und in Medialeistungen um 14 Prozent gekürzt wurden. Dabei hatte Covid-19 am meisten Konsequenzen für die Mediaplanung unter anderem mit Verschiebungen in digitale Kanäle.

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Im laufenden Jahr wollen fast 62 Prozent der Werbeauftraggeber mehr in Digital investieren, 25 Prozent gleichviel und nur 11 Prozent weniger. Für Offline oder klassische Medien sehen die Aussichten weniger gut aus. Nur 11 Prozent der Befragten wollen hier mehr Werbegelder investieren, 33 Prozent gleichviel und satte 52 Prozent weniger.

Gefragt nach der Aufteilung in Marketingkanäle, wollen immerhin noch 32 Prozent in die Offline-Medien investieren. Soviel wie in keinem anderen Kanal. Danach folgen die Kanäle wie Digital Advertising (19 Prozent), Website (11 Prozent), Social Marketing (11 Prozent), Event Marketing (11 Prozent), Mobile Marketing (8 Prozent), E-Mail-Marketing (8 Prozent), SEO (7 Prozent), Digital Commerce (6 Prozent), Channel/Affiliate Marketing (6 Prozent) und anderes (21 Prozent).

TV weiterhin gefragt

Wenn es um die Verteilung der Budgets nach Marketingdisziplinen geht schwingen vier Bereiche obenaus: Content/Campaign Creation und Management (26 Prozent), Brand Strategy (26 Prozent), Sales Support (23 Prozent) und Marketing Operations (18 Prozent).

Was die Schweizer Vermarkter von Medien interessieren dürfte ist die Nachfrage der Werbeauftraggeber im klassischen Mediamix. Hier hat TV gemäss Mittelung mit einem Anteil von 41 Prozent klar die Nase vorn, gefolgt von Print (33 Prozent), Direct Marketing (27 Prozent) und OOH/DOOH (26 Prozent). Nur eine Nebenrolle spielen Radio (5 Prozent), Kino (2 Prozent) und andere Medien wie Events und POS (12 Prozent).

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Obwohl die meisten Werbeauftraggeber die klassischen Medien gegenüber dem Vorjahr etwa im gleichen Umfang belegen wollen, zeichnen sich für die Printmedien weitere Verluste ab. Hier wollen nur wenige Kunden etwas mehr investieren, dafür gut 40 Prozent gleichviel und fast ebenso viele weniger. Bei den anderen Bereichen bleiben die Investitionen gegenüber dem Vorjahr in etwa gleich.

Erstmals wurden die Auftraggeber gefragt, wie diese ihre digitalen Budgets auf bestimmte Kanäle verteilen. Dabei wurden Programmatische Buchungen (24 Prozent) am meisten genannt, gefolgt von Paid Social Media (20 Prozent), Search AD (18 Prozent) GDN (18 Prozent), Netzwerkbuchungen (16 Prozent), YouTube (13 Prozent), Native AD (13 Prozent) und Direktbuchungen (12 Prozent).

Marketingfähigkeiten in Corona-Zeiten

54 Prozent der befragten Auftraggeber bezeichnen Content Creation und Management sowie Massnahmen für die Markenstärkung als ihre wichtigsten strategischen Fähigkeiten für die Zielerreichung für 2021. Die neuen Herausforderungen, die COVID-19 mit sich gebracht hat, haben den Fokus der Werbeauftraggeber in Bezug auf die wichtigsten Marketingfähigkeiten verschoben. Laut der Umfrage wurde erkannt, dass sie auf die Herausforderungen und Chancen in der Customer Journey reagieren und den Fokus der Botschaften und deren Aktivierung anpassen müssen.

Diese Veränderung zeigt sich auch in der Zusammenarbeit mit den Agenturen: Auftraggeber investieren bei ihren Top 3 Agenturen im 2021 über 60 Prozent mehr in Digital, rund 50 Prozent in Content Marketing und rund 25 Prozent in Analytics und Branding, um Markeninhalte und Interaktionen mit den Konsumenten erfolgreich zu steuern.

Honorierung: Agiles Pricing vermehrt im Einsatz

Trotz dieser aufwändigen, oft ineffizienten und kostspieligen Variante der Agenturwahl werden Wettbewerbspräsentationen nach wie vor am häufigsten eingesetzt, um einen neuen Agenturpartner zu finden. Einige Alternativen holen jedoch stark auf wie die schriftliche Offerte, die Direktvergabe oder das Chemistry Meeting. Diese Entwicklung sei nötig, denn in der schnelllebigen Kommunikationsbranche braucht es effiziente und treffsichere Auswahlverfahren, um von Beginn an eine prosperierende Zusammenarbeit zwischen Kunde und Agentur sicherzustellen, heisst es in der Mittelung weiter.

Die veränderten Zusammenarbeitsformen haben Auswirkungen auf die Honorarmodelle: Agiles Pricing ist derzeit bei den Auftraggebern am häufigsten im Einsatz gefolgt von Offerte/Scope of Work. Die Team-Miete, die vor allem für langfristig angelegte Projekte geeignet ist, wird weniger häufig eingesetzt. (pd/lom)



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