30.10.2014

Tagblatt Medien

Appenzeller Druckereien schliessen sich zusammen

Der Appenzeller Verlag macht sich unter der Leitung von Marcel Steiner selbständig.

Die St. Galler Tagblatt AG hat aus strategischen Gründen die Sparte Druckerei der Appenzeller Medienhaus AG sowie den Appenzeller Verlag verkauft. Neue Besitzer sind die Druckerei Appenzeller Volksfreund AG und der bisherige Verlagsleiter. Drei Stellen werden abgebaut.

Auslöser des Umbruchs war der strategische Entscheid der St. Galler Tagblatt AG, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Als Besitzerin der Appenzeller Medienhaus AG wolle sie sich aus dem Akzidenzdruck zurückziehen, heisst es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung.

Seit dem Sommer seien diese Pläne bekannt gewesen, erklärte Marcel Steiner, bisheriger Geschäftsleiter der Appenzeller Medienhaus AG, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Zum Medienhaus in Herisau gehörte bisher eine Akzidenzdruckerei, der Appenzeller Verlag sowie die Redaktion der Appenzeller Zeitung. Nun wird diese AG faktisch aufgelöst.

Verlag abgekauft
Mit einem Management-Buyout hat Marcel Steiner - als bisheriger Verlagsleiter - der Tagblatt AG den Appenzeller Verlag abgekauft. Ab dem 1. Januar 2015 werde das Unternehmen mit zehn Mitarbeitern in Schwellbrunn weitergeführt. "Sonst wäre der Verlag über kurz oder lang verschwunden", so Steiner.

Die Redaktion der "Appenzeller Zeitung" wird neu direkt der Chefredaktion des "St. Galler Tagblatts" unterstellt. Das sei de facto aber schon lange so, sagte Steiner. Die Redaktion wird in den bisherigen Räumlichkeiten weiterarbeiten.

Die grössten Veränderungen gibt es beim Druck: Diese Sparte wird auf den 1. April 2015 von der Druckerei Appenzeller Volksfreund AG mit Sitz in Appenzell übernommen.

Drei Stellen verschwinden
Die Produktion wird unter dem künftigen Namen Appenzeller Druckerei AG neu organisiert: Gedruckt wird künftig in Herisau. In Appenzell verbleiben unter anderem Redaktion, Inserateverkauf oder ein Teil des Drucksachenverkaufs. Der Standort, der zur Druckerei Appenzeller Volksfreund gehörenden Kunz-Druck & Co. AG in Teufen, wird aufgegeben. Die neue Firma werde gegen 100 Mitarbeiter beschäftigen, heisst es im Communiqué.

Mit der Umstrukturierung werden Arbeitsplätze abgebaut: In Herisau gebe es keine Veränderungen, in Appenzell würden hingegen drei Stellen gestrichen, sagte Markus Rusch, Leiter Druckerei Appenzeller Volksfreund und künftiger Geschäftsführer des neuen Unternehmens. In Teufen komme es zu einer Reduktion von Teilpensen.

Wunschpartner der Tagblatt AG
Sie seien der Wunschpartner der Tagblatt AG gewesen, weil mit einem Zusammenschluss die meisten Arbeitsplätze erhalten bleiben könnten, erklärte Rusch. In Appenzell habe die Druckerei zu wenig Platz gehabt, ein Neubau sei in Planung gewesen. Dieses Projekt ist nun überflüssig. Rund die Hälfte der 50 Mitarbeiter in Appenzell wird künftig in Herisau arbeiten.

Es seien zwei gesunde Unternehmen, die zusammenkämen, betonte Rusch. Man habe das Angebot sorgfältig geprüft. Es sei ungewöhnlich, dass der Kleine den Grossen übernehme. Auch das Verhältnis zwischen Innerrhoden und Ausserrhoden sei im Vorfeld ein Thema gewesen. Wichtig sei, dass das Kerngeschäft in Appenzell verbleibe, auch wenn die Produktion, die Cashflow bringe, sich künftig in Herisau befinde, erklärte er. (sda)



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