04.04.2025

TV-Konzessionen

Canal B erhält Bieler Konzession

Nach erneuter Prüfung entscheidet das Uvek zum zweiten Mal zugunsten des Neubewerbers und gegen den langjährigen Konzessionär TeleBielingue. Ausschlaggebend ist die Beurteilung zur Meinungs- und Angebotsvielfalt. TeleBielingue zeigt sich «ernüchtert» über den Entscheid.
TV-Konzessionen: Canal B erhält Bieler Konzession
Freuen sich (v.l.): Marcello Del Zio und Joël Pelet, die beiden Besitzer von Mystik SA. (Bild: zVg)

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) hat die TV-Konzession für das Versorgungsgebiet Biel/Bienne zum zweiten Mal an Canal B vergeben. Dies geht aus einer Medienmitteilung des Uvek vom Freitag hervor.

Die erneute Entscheidung folgt auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 4. Dezember 2024, das die ursprüngliche Vergabe an Canal B teilweise aufgehoben hatte. Das Gericht verpflichtete das Uvek, die Bewerbungen von Canal B und dem bisherigen Konzessionsinhaber TeleBielingue nochmals zu prüfen, da beide Bewerbungen als «weitgehend gleichwertig» eingestuft wurden (persoenlich.com berichtete).

Nach dieser erneuten Prüfung kam das Uvek zum Schluss, dass Canal B die Medienvielfalt in der Region stärker bereichere als TeleBielingue. Laut Medienmitteilung sei Canal B «strukturell unabhängiger», während TeleBielingue zur Gassmann-Gruppe gehöre, die bereits andere Medien in der Region betreibt. Auch bei inhaltlichen Kriterien wie der Vielfalt der Themen, Meinungen, Akteurinnen und Akteure sowie Sendeformate schneide Canal B leicht besser ab.

Rekrutierung von Mitarbeitenden beginnt

Die Mystik SA, die hinter dem Projekt Canal B steht, zeigte sich in einer eigenen Mitteilung «erleichtert über diesen Entscheid, der angesichts des Radio- und Fernsehgesetzes und der Rechtsprechung logisch war». Der neue Sender werde nun sein Studio in Biel einrichten und mit der Rekrutierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beginnen.

Die neue Konzession soll am 1. Januar 2026 in Kraft treten. Canal B plant, ab diesem Datum mit der Ausstrahlung seiner Programme zu beginnen, selbst wenn TeleBielingue erneut Beschwerde einlegen sollte. Laut Gesetz kann der Entscheid innerhalb von 30 Tagen beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden.

Gassmann Media «ernüchtert»

Die Gassmann Media AG, Inhaberin des Bieler Privatfernsehens TeleBielingue, nimmt hingegen «mit Ernüchterung zur Kenntnis, dass das Uvek auch nach erneuter Prüfung der Konzessionsgesuche für das Versorgungsgebiet Biel-Bienne an dem Schwesterprogramm von Canal Alpha (Mystik SA) aus Neuenburg festhält». Dies teilte das Unternehmen auf Anfrage von persoenlich.com mit.

«Wir sind überrascht über die oberflächliche Untersuchung dieser für den regionalen Medienmarkt so wesentlichen Angelegenheit», erklärt Nicoletta Cimmino, Publizistische Leiterin der Gassmann Medien. Zu gegebener Zeit werde das Unternehmen über das weitere Vorgehen informieren.

Die ursprüngliche Vergabe der Konzession an Canal B im Januar 2024 war Teil einer schweizweiten Neuvergabe von 38 Radio- und Fernsehkonzessionen für den Zeitraum 2025-2034. (pd/cbe)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Stefan Lüscher
04.04.2025 14:51 Uhr
Ganz genau! Soll die Stadt Biel von heute zweisprachig zu einer französischen Stadt werden. Die Verantwortlichen von Tele Bielingue sind alle zweisprachig und stellen so sicher dass hier keine Sprache bevorzugt wird. Bei Canal B kann/will nicht mal "le Directeur" deutsch sprechen, wo dies hinführt ist ja wohl klar... Gute Nacht Zweisprachigkeit Kommt dazu dass Canal Alpha für den Arc Jurassien bereits Konzessionsgelder erhält und somit die Mystik SA doppelt abkassiert (einmal produzieren und zweimal kassieren) Sauber Sauber!
Kommentarfunktion wurde geschlossen