12.07.2024

Mediapulse

Energy Zürich muss Federn lassen

Radio Pilatus verzeichnet die grösste Reichweite aller Privatsender, dies vor dem Zürcher Radio 24. Stadtkonkurrent Energy Zürich verliert deutlich, bleibt aber auf dem Podest. Radio Melody legt kräftig zu. persoenlich.com hat die neusten Forschungszahlen genauer unter die Lupe genommen.
Mediapulse: Energy Zürich muss Federn lassen
Verlor Hörerinnen und Hörer: Energy Zürich. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

Die Geschichte wiederholt sich: Das Zentralschweizer Radio Pilatus verdrängt im ersten Semester 2024 Radio 24 vom Podest. Dies war vor genau zwei Jahren erstmals der Fall (persoenlich.com berichtete). Vor einem Jahr erkämpfte sich der Stadtzürcher Sender die Führung zurück – fiel aber dann im zweiten Semester 2023 wieder zurück und bleibt nun auch im ersten Halbjahr 2024 auf dem zweiten Platz. Ein eigentliches Kopf-an-Kopf-Rennen also. Dies zeigen die neusten Zahlen der Forschungsstelle Mediapulse.

In absoluten Zahlen bedeutet dies: Radio Pilatus erreichte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres täglich 226'260 Hörerinnen und Hörer – 16'220 mehr als im ersten Halbjahr 2022 (alle Zahlen von Montag bis Sonntag, Deutschschweiz, ab 15 Jahren). Radio 24 verlor im gleichen Zeitraum rund 8000 Hörende – 216'560 Personen schalteten den Stadtzürcher Sender täglich ein.

Signifikant an Publikum verlor Energy Zürich: Im ersten Halbjahr wählten nur noch 182'020 Personen den Sender von der Dufourstrasse – ein deutliches Minus von 26'750 Personen.

Hingegen konnte Radio Melody, das wie Radio 24 und Radio Pilatus zu CH Media gehört, signifikant zulegen. 121'140 Menschen wollten den Schlagersender hören – fast 26'000 mehr als im Vergleich zum ersten Halbjahr 2023.


Die Zahlen offenbaren aber noch weitere Geschichten. Während die Stadtzürcher Sender Radio 24 und Energy Zürich verloren, konnte Radio Zürisee aus Rapperswil zulegen. 177'350 Personen schalteten im ersten Halbjahr täglich ein, rund 12'000 mehr als in der Vorjahresperiode. Radio Zürisee liegt neu auf dem fünften Platz (Vorjahr Platz sechs). Am 1. Mai des Vorjahres richtete sich der Seesender neu aus, erhöhte den Musik- und senkte den Wortanteil. Diese Konzeptänderung scheint aufzugehen.

Auch Radio Central legte kräftig zu – wenn auch von Mediapulse nicht als signifikant ausgewiesen. 176'310 Hörerinnen und Hörer zählte der Sender täglich – 16'750 mehr als im Vorjahresvergleich. CH Media kaufte den Zentralschweizer Sender rückwirkend per Anfang 2022, Anfang 2023 gab auch das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) grünes Licht zur Übertragung der Konzessionen. Die neue Handschrift aus Zürich zeigt offenbar Wirkung.

Nebst Radio Melody konnte auch der Oldies-Sender Flashback FM aus dem Hause CH Media zulegen und erreichte so neue Höchstwerte. «Die beeindruckenden Reichweiten unserer regionalen Radiosender sowie die Rekordzahlen unserer nationalen Sender zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind», lässt sich Radioleiter Nicola Bomio in einer Mitteilung zitieren. Man passe die Programme laufend an neue Hörgewohnheiten an, ergänzt Florian Wanner, Leiter Regionale Elektronische Medien bei CH Media Entertainment.

Spannend ist auch die Entwicklung bei Goat Radio – knapp ausserhalb der Top 20. Das ehemalige 20 Minuten Radio wurde Anfang letzten Jahres umgetauft. «Das Konzept von 20 Minuten Radio hat leider nicht funktioniert, und der Sender ist so für den Werbemarkt zu wenig relevant. Es ist Zeit für einen Neuanfang», sagte 20-Minuten-CEO Bernhard Brechbühl damals in einem persoenlich.com-Interview. Goat Radio erreichte 61'890 Hörerinnen und Hörer – das entspricht einem Plus von rund 14'000.

Radio Pilatus auch bei Marktanteilen vorne

Hördauersieger war im ersten Halbjahr 2024 Radio Eviva mit rund 90 Minuten pro Tag. Zum Vergleich: Reichweitensieger Pilatus wurde während rund 60 Minuten täglich eingeschaltet. Aus der Kombination von Reichweite und Hördauer ergeben sich die Marktanteile. Hier lag Radio Pilatus vorne mit 3,11 Prozent Marktanteil, gefolgt von Radio Central (2,76 Prozent) und Radio 24 (2,67 Prozent).

Zum Schluss noch ein kurzer Blick zu den Radiosendern der SRG: Radio SRF 1 büsste knapp 95'000 Hörerinnen und Hörer ein – 1,083 Millionen wählten im ersten Semester 2024 den ersten Kanal. SRF 3 hörten 896'350 Personen – ein Minus von rund 8500 Personen.


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