29.11.2021

Agenturen

EU unterstützt europäischen Newsroom

Die EU-Kommission fördert mit knapp 1,8 Millionen Euro das von 16 Nachrichtenagenturen geplante Projekt, an dem auch Keystone-SDA dabei ist. Der operative Betrieb des Newsrooms in Brüssel soll gegen Mitte 2022 starten.
Agenturen: EU unterstützt europäischen Newsroom
«Ich bin fest davon überzeugt, dass Medien durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit stärker sind», sagt Vera Jourova, Vize-Präsidentin der EU-Kommission. (Bild: EPA/Olivier Hoslet)

«Dieser erste gesamteuropäische Newsroom wird es Journalisten ermöglichen, gemeinsam über EU-Angelegenheiten zu berichten und den Geist der Zusammenarbeit in der Heimat zu fördern», sagte der zuständige EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton am Montag beim European News Media Forum in Brüssel. «Wir glauben, dass wir mit diesem neuen Schritt den europäischen Informationsraum stärken und den Zugang der Bürgerinnen und Bürger zu hochwertigen Informationen erhöhen werden.»

Die für die Stärkung von Pressefreiheit und Medienpluralismus zuständige Vize-Präsidentin Vera Jourova erklärte: «Ich bin fest davon überzeugt, dass Medien durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit stärker sind.» 

Als ein Beispiel nannte sie die Recherchen zu den «Pandora Papers» zu von Politikern und Prominenten versteckten Geldern in Steueroasen. «Ich glaube auch, dass solche Netzwerke und Solidarität die Einmischung von Staaten erschweren», ergänzte Jourova.

Mehrsprachige Webseite

Nach Kommissionsangaben sollen mit dem Fördergeld unter anderem Weiterbildungsangebote in dem Newsroom und eine neue mehrsprachige Website mit ausgewählten Texten der Nachrichtenagenturen zu EU-Themen finanziert werden. Koordiniert wird das Projekt von der Deutschen Presse-Agentur (dpa). 

Beteiligt sind zudem unter anderem die französische AFP, die italienische ANSA, die belgische Belga, die österreichische APA sowie die spanischen Agenturen EFE und Europa Press. Auch die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA ist bei diesem Projekt mit dabei. Ausserdem beteiligen sich Agenturen wie die albanische ATA oder die serbische Tanjug.

Umsetzung des Projekts beginnt bereits im Januar

Der Vorsitzende der dpa-Geschäftsführung, Peter Kropsch, sagte: «Wenn 16 Nachrichtenagenturen aus 15 Ländern mit ihrem jeweils nationalen Blickwinkel auf Europa einen gemeinsamen Newsroom in Brüssel nutzen, profitieren alle von der Vielfalt an Perspektiven. Dank dieser Vernetzung steigt die journalistische Qualität.»

Dazu kämen noch Trainings, Veranstaltungen und vor allem die Infrastruktur des European Newsrooms (ENR) mit Technik und Nachrichtenfeeds. «Beim ENR-Konzept ist uns besonders wichtig, dass sich alle Partner zum freien, unabhängigen Journalismus bekennen», sagte Kropsch.

Die Umsetzung des Projekts wird bereits im Januar beginnen. Der operative Betrieb des Newsrooms soll dann gegen Mitte des kommenden Jahres starten. (sda/dpa/tim)



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