Der Wechsel des «Kassensturz» von der Studio- zur Aussenproduktion bringt SRF Kosteneinsparungen. Die Konsumentensendung stellt ab August ihr Konzept um und wird künftig vor Ort aufgezeichnet (persoenlich.com berichtete). «Mit dem neuen Sendekonzept ausserhalb des Studios sind die Produktionskosten für eine ‹Kassensturz›-Sendung im Vergleich zum bisherigen Studio tiefer», bestätigt Christian Dütschler, Redaktionsleiter «Kassensturz», auf Anfrage. Zahlen nennt er keine.
In der letzten Studiosendung vom Dienstag hatte Moderatorin Bettina Ramseier den Kostendruck bereits angesprochen: «Die Konkurrenz ist riesig, der Kostendruck auch. Aber wir wären nicht der ‹Kassensturz›, wenn wir uns dem nicht stellen würden.»
«Verschiedene Möglichkeiten geprüft»
Dütschler betont jedoch, dass nicht nur Kostengründe für den Wechsel ausschlaggebend waren: «Da Studioproduktionen künftig kostengünstiger produziert werden müssen, haben wir verschiedene Möglichkeiten geprüft. Dabei sind wir zum Schluss gekommen, dass eine Sendung vor Ort attraktiver ist als eine Sendung im Studio.» Eine Sendung ausserhalb des Studios biete grosse Chancen. «So ist der ‹Kassensturz› künftig noch näher bei den Konsumentinnen und Konsumenten, und die Interaktion mit dem Publikum wird gestärkt», so Dütschler. «Wir müssen die Konsumwelt nicht mehr ins Studio bringen, sondern gehen hinaus in die reale Welt, wo die Schauplätze und Protagonist:innen der Themen sind.»
Eine «Kassensturz»-Ausgabe kostete 2024 im Schnitt 109'000 Franken bei einer Sendelänge von 33 Minuten. Welcher Betrag sich damit einsparen lässt, will SRF erst mit den aktualisierten Sendungskosten im Frühjahr 2026 publizieren. «Das Personal im Studio fällt weg, dafür ist der Aufwand zum Beispiel für Moderation, Kamera und Schnitt grösser», so Dütschler. «Es ist schwierig, das Sparpotenzial – Stand heute – genauer zu beziffern, wir müssen zuerst Erfahrungen sammeln.»
Weitere Sendungen nutzen Studio-Alternativen
Nach dem Auszug von «Kassensturz» werden weiterhin «Arena», «Gredig direkt», «Club» und «Sternstunde» im Studio 8 produziert. Auch diese Formate produzieren bereits teilweise ausserhalb des Studios: Der «Club» mit «Club am Stammtisch», die «Sternstunden» bei hochkarätigen Gästen, die nicht nach Zürich reisen können, und «Gredig direkt» mit vereinzelten Vor-Ort-Aufzeichnungen.
Bereits 2022 verliess «Puls» das Studio 8. «Auch bei ‹Puls› war damals ausschlaggebend, dass die Sendung näher beim Publikum sein wollte», teilt SRF mit. Das Konzept habe sich bewährt.
SRF bestätigt, die Studioflächen laufend zu überprüfen und «Kosten dort einzusparen, wo sich die Chance dazu bietet». Die freigewordenen Studioflächen erhöhten «die Flexibilität und den Handlungsspielraum, um Produktionsprozesse zu optimieren».
In der Produktion würden laufend Massnahmen erarbeitet, «damit wir uns zukunftsfähig und effizient ausrichten können», so SRF weiter. Dies betreffe sowohl veränderte Jobprofile als auch optimierte produktionelle Abläufe.
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27.06.2025 10:36 Uhr
27.06.2025 07:57 Uhr

