05.09.2021

Neuer Berner Journalismus

Kernteam arbeitet auf Crowdfunding hin

Jürg Steiner, Jessica King, Marina Bolzli und Joël Widmer stellen in Bern ein Medienprojekt auf die Beine. Letztere zwei haben dafür ihre Jobs gekündigt. Geplant sind ein Newsletter sowie Recherchen. Doch zuerst muss das geplante Crowdfunding die Startfinanzierung sichern.
Neuer Berner Journalismus: Kernteam arbeitet auf Crowdfunding hin
Das NBJ-Kernteam: Jürg Steiner, Jessica King, Joël Widmer und Marina Bolzli. (Bild: zVg)
von Michèle Widmer

Als Reaktion auf die Zusammenlegung der Tamedia-Redaktionen Bund und Berner Zeitung wird in Bern bereits seit Monaten an einem neuen unabhängigen Medienprojekt gearbeitet. Das Vorhaben Neuer Berner Journalismus (NBJ), wie es sich nennt, erhält jetzt mehr operative Kraft. Joël Widmer, Teil des vierköpfigen Leitungsteams, hat in der Probezeit seinen Job als Mediensprecher von Greenpeace Schweiz gekündigt und arbeitet ab September Vollzeit – aber noch unentgeltlich – für NBJ. Er ist dabei formell Geschäftsführer des Vereins für Berner Medienvielfalt.

«Ich bin von Herzen Journalist. Darum ist mir der Wechsel zu Greenpeace damals nicht leichtgefallen», begründet er den Entscheid gegenüber persoenlich.com und fügt an: «Wenn man so ein Projekt wie NBJ zum Fliegen bringen will, dann braucht das mehr als ein paar Stunden am Abend.»

Mit einem Crowdfunding im Herbst will sich das Projekt NBJ die Startfinanzierung sichern. In den nächsten zwei bis drei Monaten werde er sich voll für NBJ engagieren, sagt Widmer, der in früheren Jahren Co-Inlandchef der Blick-Gruppe sowie stellvertretender Chefredaktor beim Zofinger Tagblatt war. «Anstatt mit einem CAS investiere ich auf diese Weise in meine Weiterbildung und versuche ein Medienunternehmen auf die Beine zu stellen».

Morgen-Newsletter und Recherchen

Am Freitag hat NBJ den dritten Projekt-Newsletter versendet. Darin äussert sich Widmer über das geplante journalistische Angebot sowie die publizistischen Ziele. NBJ plant einen Newsletter, «der mehrmals wöchentlich am Morgen die wichtigsten Themen, Trends und Geschichten der Region Bern zusammenfasst und einordnet.» Dieser werde umfassend sein, aber nicht zu lang.

Zudem will NBJ Reportagen, Recherchen und Kolumnen liefern. Man wolle aber bewusst nicht eine fixe Anzahl Artikel pro Tag versprechen, sondern im Dialog mit Leserinnen und Lesern verschiedene journalistische Formen, Ideen und Zugänge ausprobieren. Das Angebot soll werbefrei sein und man will mit anderen Plattformen – genannt wird Bajour – kooperieren.

Vierer-Kernteam

Neben Joël Widmer ist auch die ehemalige BZ-Journalistin Marina Bolzli im sogenannten Organisationskomitee von NBJ engagiert. Auch sie hat ihren Job als Medienverantwortliche bei Bühnen Bern (vormals Konzert Theater Bern) nach nur wenigen Monaten auf Ende September gekündigt. Zuvor war Bolzli für acht Jahre bei der Berner Zeitung, zuletzt als Tagesleiterin und Kulturreporterin.

Teil des Leitungsteams von Neuer Berner Journalismus sind zudem Jessica King und der ehemalige BZ-Journalist Jürg Steiner, der schon Anfang Jahr bei Tamedia gekündigt hat (persoenlich.com berichtete).



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Kommentare

  • Robert Holzer, 04.09.2021 16:29 Uhr
    Die Berner Ausgabe der Republik. Ich kann Verleger werden und Journalisten, quasi nebenbei, auch noch ein schönes Leben ermöglichen. Her damit.
Kommentarfunktion wurde geschlossen

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