27.05.2026

Medien-Atelier Suisse

Konkurs über Verlag und Abo-Firma eröffnet

Die Titel Wir Eltern, Einfach Kochen, Wohnrevue und die Plattform Swissmom sind davon betroffen. Mitgläubiger Markus Mehr hatte Mitte März noch eine Nachlassstundung angestrebt – offensichtlich ohne Erfolg.

Über die Medien-Atelier Suisse AG von Verleger Fabio Schoch ist am 20. Mai der Konkurs eröffnet worden. Das geht aus einer vorläufigen Konkursanzeige hervor. Zuständig ist das Konkursamt Schlieren. Gleichentags wurde auch über die Creative Media GmbH der Konkurs eröffnet – jene Firma, die zuletzt die Abonnementsverwaltung für den Verlag betrieben hatte. Beide Unternehmen sind an derselben Adresse in Urdorf domiziliert.

Mitgläubiger Markus Mehr hatte Mitte März eine Nachlassstundung angestrebt und die Suche nach Käufern vorangetrieben (persoenlich.com berichtete). Laut einem Handelsregistereintrag vom 10. März war Schoch zu diesem Zeitpunkt bereits als Geschäftsführer der Creative Media GmbH ausgeschieden.

Hohe Forderungen

Im Konkursverfahren haben die ausstehenden Löhne der Angestellten Vorrang vor anderen Forderungen. Die Angestellten hatten seit Februar keinen Lohn mehr erhalten.

Allein Starköchin Meta Hiltebrand, die dem Magazin Einfach Kochen ihren Namen gab, bezifferte ihre offenen Forderungen gegenüber Blick Ende April auf über 200’000 Franken. Als grösster Gläubiger dürfte CH Media gelten, von der die Medien-Atelier Suisse AG die Titel 2024 übernommen hatte. CH Media wollte sich «zu früheren oder laufenden Geschäftsbeziehungen» nicht äussern.

Ob einzelne Titel oder Markenrechte im Rahmen des Konkursverfahrens veräussert und weitergeführt werden können, ist offen. Die Details zum Verfahren – etwa die Eingabefrist für Gläubiger – werden laut Konkursanzeige zu einem späteren Zeitpunkt publiziert.

Die Medien-Atelier Suisse AG hatte im Frühjahr 2024 die Special-Interest-Titel Wir Eltern, Wohnrevue und Kochen sowie die Onlineplattform Swissmom übernommen. Bereits kurz darauf häuften sich finanzielle Probleme: Honorare, Rechnungen und Sozialabgaben blieben unbezahlt, wie persoenlich.com im März zuerst berichtete. Die März- und April-Ausgaben von Wir Eltern wurden trotz fertiger Produktion nicht mehr gedruckt. 

Schoch ist zudem an weiteren Firmen beteiligt, auch im Ausland. So ist er etwa als Geschäftsführer der deutschen Top Hair International GmbH eingetragen, einem Fachverlag für die Coiffeur-Branche mit Sitz in Ettlingen.


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KOMMENTARE

Victor Brunner
28.05.2026 08:18 Uhr
Die zugunsten von Meta Hiltebrand abgesägten Wildeisen werden aufatmen. Kein Geld verloren und mit "arte-cucina.ch" weiter im Geschäft!