03.11.2014

Fritz+Fränzi

Nik Niethammer wird neuer Chefredaktor

Prominenter Neuzugang beim Schweizer Elternmagazin "Fritz+Fränzi": Nik Niethammer übernimmt per 1. Dezember die redaktionelle Leitung. Er folgt auf Eveline von Arx, die sich innerhalb der Stiftung Elternsein neuen Aufgaben zuwendet. Was reizt den ehemaligen Chefredaktor von Radio 1, TeleZüri und der "Schweizer Illustrierten" an einer Special-Interest-Zeitschrift für Eltern? Warum ist Niethammer der Richtige für diese Aufgabe und wie möchte er das Magazin weiterentwickeln? persoenlich.com hat nachgefragt.
Fritz+Fränzi: Nik Niethammer wird neuer Chefredaktor

Zuerst der Relaunch (persoenlich.com berichtete) und jetzt ein neuer Chefredaktor: Der 52-jährige Nik Niethammer übernimmt per 1. Dezember 2014 die redaktionelle Leitung des Schweizer Elternmagazins "Fritz+Fränzi". Die bisherige Redaktionsleiterin und promovierte Erziehungswissenschaftlerin Eveline von Arx wendet sich auf eigenen Wunsch innerhalb der Stiftung Elternsein neuen Aufgaben zu. Sie steht als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Redaktion weiterhin beratend zur Seite, wie es in der Mitteilung vom Montag heisst. Mit dieser neu geschaffenen Stelle einer wissenschaftlichen Beraterin will das Schweizer Elternmagazin "Fritz+Fränzi" den Zugang zu Wissenschaft und Forschung sicherstellen und seine Position als führender Elternratgeber weiter ausbauen.

Herr Niethammer, Sie waren Programmleiter von TeleZüri/Tele24, Chefredaktor Information und Magazine bei Sat.1 in Berlin, Chefredaktor der "Schweizer Illustrierte" und Chefredaktor von Radio 1. Jetzt werden sie Chefredaktor bei einer Special-Interest-Zeitschrift. Ist dies nicht eine sehr grosse Umstellung für Sie?
Ich denke nicht. Die Herausforderungen bleiben dieselben: Welches Thema interessiert meine Leser? Was ist eine gute Geschichte? Wie verpacke ich sie, damit mir jemand seine kostbare Zeit schenkt, sie zu lesen?

Was reizt Sie an der neuen Aufgabe?
Ich bin auch nach 25 Jahren leidenschaftlich gerne Journalist. Ich liebe Magazine. Und ich glaube an Print. Es reizt mich, meine Erfahrung in ein Produkt einzubringen, hinter dem ich zu 100 Prozent stehen kann. Nach vielen Jahren im News-Journalismus freue ich mich auf die ruhigere Gangart eines Monatstitels: ich liebe gut geschriebene Texte. Ich mag Hintergründiges. Stehe auf Einordnung und Analyse. Und ich finde, Journalisten müssen eine Meinung haben.

Es ist eher ungewöhnlich, dass ein Mann ein Elternmagazin leitet. Warum sind Sie dafür der Richtige? Was ist Ihr persönlicher Bezug zum Thema?
Fragen Sie meine Kinder! Die finden ihren Papi ziemlich ok, weil der zaubern kann, kaputte Velos wieder heil kriegt und tolle Geschichten erzählen kann. Ich bin ein begeisterter Vater. Und meine Kinder lehren mich jeden Tag, ein noch besserer zu werden. Als Erzieher stellen sich einem jeden Tag 1000 Fragen. "Fritz+Fränzi" will mithelfen, in dieser immer komplexeren Welt für ein wenig Orientierung zu sorgen - ich kann mir keine grossartigere und vor allem nachhaltigere Aufgabe vorstellen.

"Fritz+Fränzi" will den Zugang zu Wissenschaft und Forschung sicherstellen durch Eveline von Arx, die Ihrem Redaktionsteam als Beraterin zur Seite stehen wird: Wie muss man sich diese Zusammenarbeit genau vorstellen?
Ich kenne und schätze Eveline von Arx aus gemeinsamen Zeiten bei Ringier. Sie verfügt über ein enormes Netzwerk und viel Erfahrung im Themen-Setting. Davon soll das Magazin weiterhin profitieren können.

In der Medienmitteilung von heute Montag steht auch, dass man von Ihnen eine "entschlossene Weiterentwicklung" der Magazins erwarte, unter anderem im digitalen Bereich. Haben Sie schon erste Ideen?
Sie werden verstehen, dass ich meine Ideen zuerst mit dem Verlag und der Redaktion besprechen möchte. Nur soviel: Auch ein Special-Interest-Magazin wie "Fritz+Fränzi" muss sich den digitalen Herausforderungen stellen. Ich bin froh darüber, dass hier bereits einiges in die Wege geleitet wurde, beispielsweise ein sehr gelungener Online-Auftritt oder das Augmented-Reality-Angebot.

Haben Sie denn beim Relaunch, der auch die Website und das Augmented-Reality-Angebot umfasste, bereits mitgewirkt?
Nein. Ich hatte aber Gelegenheit, mit Projektleiterin Stephanie Ringel zu sprechen. Sie bleibt die nächsten Monate an Bord und wird mich bei der Weiterentwicklung von "Fritz+Fränzi" unterstützen.

Letzte Frage: Sie wohnen seit Kurzem in Freiburg im Breisgau und haben nun eine Chefredaktorenstelle in Zürich angenommen. Kommen Sie wieder in die Schweiz?
Ich bin mit meiner Familie im Sommer nach Freiburg gezogen, in die Heimatstadt meiner Frau. Unsere Kinder besuchen hier den Kindergarten und fühlen sich rundum wohl. Zuletzt war ich als freier Journalist und Autor tätig und hatte das grosse Glück, viel Zeit mit meinen Kindern verbringen zu können. Ab Dezember werde ich vier Tage pro Woche in Zürich leben und arbeiten und am Wochenende nach Freiburg pendeln. 

Fragen: Seraina Etter, Bild: Keystone

 



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